Anarchistische Körperzellen
Utopische Musik, das Protestjahr 2011 als theatrale Auseinandersetzung und die Frage nach horizontalen Arbeitspraxen im Theater erörtert der Berliner Autor und Regisseur Kevin Rittberger im Interview mit skug.
07.10.2012
Utopische Musik, das Protestjahr 2011 als theatrale Auseinandersetzung und die Frage nach horizontalen Arbeitspraxen im Theater erörtert der Berliner Autor und Regisseur Kevin Rittberger im Interview mit skug.
07.10.2012
Von einer »Pioniertat« schrieb Georg Seeßlen 1998 angesichts der Erstveröffentlichung von »Alte Frauen in schlechten Filmen«, und dem ist auch bei der Neuauflage nichts hinzuzufügen.
05.10.2012
Armaturen, innere Klagemauern, gequetschte Räume: In der ersten Ausstellung zeitgenössischer Kunst im Jüdischen Museum Wien zeigt die Sammlung Pomeranz noch bis 7. Oktober Konzeptkunst, die in erstaunlicher Dichte und Spannung in ein ganz eigenes Konzept eingespannt wird: »Fremde ?berall«.
03.10.2012
Réjean Ducharmes epochaler Roman »L’avalée des avalés«, eines der zentralen Werke der frankokanadischen Literatur, liegt endlich in deutscher ?bersetzung vor. Nicht zuletzt wegen seiner wenig zufälligen Erwähnung in Jean-Claude Lauzons Spielfilm »Léolo« auch hierzulande (zumindest dem Titel nach) bekannt, besteht nun die Möglichkeit, unvermittelt in die schräge Welt von Ducharmes Antiheldin Bérénice Einberg einzutauchen.
28.09.2012
Bunny Marrett, Dan Ratchet, Bucky Leo & Black Egypt! Bristol Archive Records (Broken Silence) machen weiter Verschollenes aus Bristols Reggae-Szene der Siebziger und Achtziger zugänglich, dieses Mal zwei Alben, von denen eines 1986 erschienen ist, das andere in eben jenem Jahr hätte erscheinen sollen:
27.09.2012
Jazz zwischen inzestuösen Hörzirkeln, erstarrter Traditionspflege und hermetischer Innovation – ein Rundgang. Bleibt nichts übrig als das Mitschnippen oder Kopfzerbrechen?
25.09.2012
Paris heißt für mich jedes Mal auch Barbes. Das ist jener Stadtteil unweit vom Zentrum, der stark von nord- und schwarzafrikanischen Zuwanderern geprägt ist. Es ist kein besonders lauschiges Viertel – trotz Markt und guter, einfacher Küche. Und das Freitagsgebet der Hunderten von Moslems aller Herren Länder hier, zum Teil auf offener Straße, ist dem Front National ein Ärger. Weltmusik-Aficionados kommen hierher, um ihren aktuellen Bestand an kongolesischer, senegalesischer oder berberischer Musik aufzufrischen, soweit er noch auf Tonträgern erscheint.
25.09.2012
Es ist ein netter Nachmittag, ich sitze in meinem Zimmer und höre mich durch die jüngsten sieben Veröffentlichungen des renommierten polnischen Experimental-Labels Monotype (No. 46-52).
25.09.2012
Kein Anspruch auf Vollständigkeit, ich sage es gleich. Aber wenn der Herausgeber mit zwei Jutesäcken voller CDs hereingestürmt kommt und raunt »Das rezensierst du jetzt auf der Stelle und bei Wasser und Brot!«, dann ist Schadensbegrenzung das Motto. Man lehnt ab, was man kann – und fügt sich schließlich doch in sein Schicksal. Was folgende CDs eint, ist ihre Herkunft und ihr aus freien Stücken gewähltes Nischendasein: jazzige, experimentelle oder einfach schräge neue Musik österreichischer Soundartisten, das ist das Motto.
24.09.2012
»Der Urplatsch!« oder Tonale Ozeane für Nichtschwimmer – »Poetry & Abstract Music. Damen und Herren unter Wasser«; Christoph Ransmayr: voice, Franz Hautzinger: trumpet, electronics.
23.09.2012
Nach dem letztjährigen Jubiläumsrummel (Boxed-Werkauswahl, Neuveröffentlichung des Debüts) gibt es nun wieder eine neue F.S.K.-Platte, auf der sich die Gruppe nostalgiefrei in einem Wust aus 33 Jahre Band- und 1.000 Jahre Popgeschichte zurechtzufinden versucht
21.09.2012
Auf Initiative des Milena Verlags legen die fünf HipHop-Urgesteine aus Linz ein Kompendium ihrer gesammelten Lyrik vor.
21.09.2012
Veränderung als einzige Konstante: Die Münchener Band Das Weiße Pferd mauserte sich vom Zwei-Mann-Projekt zur achtköpfigen Rockband, die dort weitermacht, wo Kamerakino einst aufhörten. Ein Gespräch mit Sänger und Texter Pico Be.
19.09.2012
Denkt man an Protestsongs und musikalische Rebellen, fallen einem die Folkies der frühen 1960er und die Punks der 1970er ein. Deren ?bervater, den sowohl Bob Dylan als auch Joe Strummer für seine Haltung so sehr verehrten, dass sie ihn zu Beginn ihrer Karrieren regelrecht imitierten, wäre am 14. Juli einhundert Jahre alt geworden: Woody Guthrie.
10.09.2012
Von Salvador Dali stammt das Zitat »Wer interessieren will, muss provozieren«. In Anbetracht dessen musste man sich beim Wien-Konzert von Laibach stellenweise die Frage stellen, ob der musikalische Teil des NSK-Kollektives nicht kurz vor der Pension steht. Oder zumindest sehnsüchtig auf diese wartet.
10.09.2012
1997 schrieb der britische Singer-Songwriter Billy Bragg neue Musik zu Songs von Woody Guthrie, die dieser nie aufgenommen hatte und wo so die Musik verlorenging. Bragg spielte sie mit der US-amerikanischen Alternative-Country- Band Wilco in Chicago, Dublin und Boston ein. 1998 erschien erstmals ein Album unter dem Titel »Mermaid Avenue«, der Wohnadresse von Guthrie in Coney Island in den späten 1940ern, als die meisten entstanden. skug hat Billy Bragg diesbezüglich befragt.
05.09.2012
Bereits die ersten Sekunden des Intros verraten: Von jetzt an werden die musikalischen Clubmusiknormen ausgehebelt sein. Shackleton hat gerade eines der Vibraphon-Melodie-Muster durch die Anlage des Robert Johnson geschickt, das aus seinem neuen Album »Music for the Quiet Hour / The Drawbar Organ EPs« stammt.
31.08.2012
Wie Mädchen plötzlich Schlagzeug spielen können, obwohl sie Geige lernten, als bunt vermummte »Pussy Riots« auftreten und ihre eigenen Songs schreiben. Viel Talent und noch mehr Spielfreude zeigte sich beim Abschlusskonzert des Girls Rock Camp Wiener Neustadt. Hoffen wir, dass diese Riot Girls alle weiter tun – die Musikszene hätte es nötig. Eine Reportage.
29.08.2012
Der Sampler »Personal Space. Electronic Soul 1974-1984« zeigt, dass auch Soul einmal afrofuturistische Zukunftvisionen hatte.
27.08.2012
Margarida Garcia lives in Lisbon, plays bass and draws, always on the edge and looking for next. She describes her latest solo release, »The Leaden Echo«, as »Not conceptual. Not experimental. Not technical. Not clean. Not cold.« – Let’s talk.
«Everywhere march your head» William S. Burroughs
27.08.2012
Mit »The Fortress Of Solitude« veröffentlichte Jonathan Lethem vor einigen Jahren den Poproman schlechthin. Jetzt erscheint seine Auseinandersetzung mit einem legendären Album der Talking Heads, über die er sagt: »I’m still very much like that kid in his room, wishing for this mysterious collective unit to possess uncanny powers unknown to any individual human including themselves.«
24.08.2012
Eine Rückblende auf drei Tage (3.-5. 8.) im polnischen Katowice, erlebt und verarbeitet in ebenso vielen Akten.
15.08.2012
Schönheit ist überbewertet. »To be kind« haucht Michael Gira mantrisch ins Mikrofon. Freundlich sein. Diese ersten Worte sind keine Worte, die man unbedingt mit seiner Person in Verbindung bringt. Swans live also. Das von Gira angeführte Projekt war nie begraben, der Sarg eher am Dachboden gelagert, um 2010 wieder geöffnet zu werden. Und so stehen sie am OFF Festival im polnischen Katowice genau dort wo sie hingehören, als großer Headliner auf der Hauptbühne.
12.08.2012
Was macht man, wenn man Teil einer prägenden, stilbildenden und noch dazu einer der außergewöhnlichsten Bands ist, nachdem sich diese aufgelöst hat? Es steht ja jenen Menschen, die ohne Businessplan kraft Kreativität ihre lebens- und existenzschaffenden Grundlagen bildeten, nicht frei, als General Assistant Manager in einer Fastfoodkette zu jobben. Was also tun nach dem Ende? Genau: Weitermachen, mit dem, was man gut kann.
12.08.2012
Der aus Benin stammende Tänzer und Choreograf Koffi Kôkô hielt im Rahmen des heurigen Impulstanzfestivals den Workshop Danse Africaine Moderne. Die Vermittlung des rituellen Symbolismus in afrikanischen Tänzen steht dabei im Vordergrund. Er gilt als einer der bedeutendsten Mitbegründer der modernen afrikanischen Tanzszene und ist seit zwanzig Jahren Dozent bei Impulstanz. Seit einiger Zeit arbeitet er an der Errichtung eines choreografischen Zentrums in Benin (Ouidah).
In dem aktuellen Solotanzstück »Die Schönheit des Teufels« teilt er sich die Bühne mit drei Musikern und einer Ahnen-Maske aus Benin. Die Maske bringt Farbe in das ansonsten von der Dualität des Schwarz-Weiß-Habitus von Koffi Kôkô geprägten Geschehen. Die Verwandlung in ein knochenweißes Wesen mit Hilfe ritueller Kreide und einem weißen Anzug erfolgt fließend, ebenso wie die Toten-Farbe durch den lebendigen Tanz allmählich wieder mit Schweiß abgewaschen wird. Die Musiker sorgen mit Gesang und Perkussion für meditative Poly-Rhythmik, die ihre spirituelle Trancewirkung aus den rituellen Wurzeln der Drum-Pattern des in Benin praktizierten Voodoo-Animismus zu beziehen scheinen. Die Botschaft kann nicht verlorengehen ??
10.08.2012
Eine Reflexion über die Absurdität des Lebens: »Big Questions« des amerikanischen Comic-Künstler Anders Nilsen liegt jetzt in einer monumentalen Gesamtausgabe vor.
07.08.2012
Mit Festivals ist es immer so eine Geschichte: chronische Schlaflosigkeit, überteuertes Bier und oftmals lieblos zusammen gewürfelte Line-ups sorgen mit zunehmenden Alter schon gerne mal für phobieartige Zustände diesbezüglich. Ausnahmen bestätigen natürlich auch in diesem Fall die Regel.
31.07.2012
Margarida Garcia lebt in Lissabon, spielt elektrischen Kontrabass und zeichnet. Geht immer an die Grenze und ist ständig auf der Suche. Ihr jüngstes Soloalbum »The Leaden Echo« wird von ihr als »nicht konzeptuell, nicht experimentell, nicht technisch, nicht sauber, nicht kalt« beschrieben. Genug Gründe, sie zum Gespräch zu bitten.
»Everywhere march your head.«
(William S. Burroughs)
30.07.2012
»Jukebox BRD«: Wie Rainer Werner Fassbinder die Musik beim Wort nimmt und dabei das Drängen der Schlager im Unbewussten zum Ausdruck kommt.
30.07.2012
Panther-Burns-Rock’n’Roller Tav Falco kredenzt 150 überwältigende Jahre Memphis-Stadtgeschichte.
29.07.2012