foto: Theater Akzent

Richard Hawley und Smoke Fairies live im Theater Akzent, 16. 10. 2012

Lange hat es gedauert, aber nun kennt man ihn. Richard Hawley spielte bei seinem ersten Üsterreich-Konzert vor einem fast ausverkauften Theater Akzent, das immerhin ein Fassungsvermögen von über 450 Plätzen hat. Den regen Publikumszuspruch hat der 45-jährige Kurzzeit-Gitarrist von Pulp unter anderem seinem aktuellen Studioalbum »Standing At The Sky’s Edge« zu verdanken, dessen Erscheinen auch in Üsterreich von hohem medialen Interesse begleitet war. Dem Lob der Kritiker schlie&szligt sich der Autor zwar nur bedingt an, dennoch gibt es auf der Platte den einen oder anderen Song, auf dessen Live-Umsetzung man gespannt sein durfte.

Zuerst bot sich jedoch die Gelegenheit, die fabelhaften Smoke Fairies aus London kennenzulernen. Das Duo spielte auf seinen Gitarren zarten Folkrock, der Joni Mitchell und Simon & Garfunkel viel zu verdanken hatte. Ihre au&szligergewöhnliche Schönheit erreichte die Musik der Smoke Fairies durch das edle Zusammenspiel der zwei Gitarren und die Harmoniegesänge der beiden Frauen.

hawley.jpgEine Entdeckung! Das Publikum dankte es mit höflichem Applaus, taute jedoch erst so richtig auf, als der charismatische Hawley die Bühne betrat. Zusammen mit seiner nicht minder sympathischen Band gab der Brite gleich am Anfang die Marschrichtung vor. Der Titelsong des neuen Albums und das ebenfalls darauf enthaltene »Don’t Stare At The Sun« waren Beleg genug, dass balladeskem Songmaterial ein Psychedelic-Rock-Mäntelchen wunderbar stehen kann. Nach einem eigenartigen Bay-City-Rollers-goes-Lederkluft-Intermezzo, das gottseidank nur zwei Songs lang anhielt, brach sich wieder der dickflüssige, mit viel Hall und Delay untersattelte Rock des Quintetts Bahn. Das tat er gut, mitunter aber auch eine Spur zu langatmig und eintönig. Nicht nur, dass die Songs des Herren aus Sheffield oft kaum auseinander zu halten waren, auch seine Gitarrensoli wirkten gegen Ende hin ein wenig wie von der Stange. Am stärksten war die Show immer dann, wenn die Band die Lautstärke drosselte um Hawleys elektrisierendem Bariton Raum zu geben, etwa beim gro&szligartigen »Soldier On«. Dies hätte durchaus öfter der Fall sein können, nicht zuletzt um das Konzert abwechslungsreicher zu gestalten. So blieb es bei einem tollen Auftritt, dem allerdings das Sahnehäubchen fehlte.