AlterMEDIUM Moskau
Das Theremin Center packte zeitgenössische Musik raffiniert in ein denkwürdiges Festival.
Alfred Pranzl
31.08.2001
Das Theremin Center packte zeitgenössische Musik raffiniert in ein denkwürdiges Festival.
31.08.2001
»Gewidmet dem russischen Enfant Terrible und Komponisten Sergej Kurjochin (1954 – 1996)«. Erst jetzt erscheinen die dekonstruktivistischen Erinnerungen an den russischen Performancemusiker, der immerhin auch einen Österreich-Auftritt beim»Töne & Gegentöne«-Festival in Wien zu verbuchen hatte. Die Aufnahmen, mitgeschnitten beim »Merge Festival 1997« in Tokyo, dokumentieren ein Rockfeuerwerk, das einerseits bombastisch herniederprasselt, aber in seiner Codierung…
28.08.2001
Wiederum ein Release aus der »Material Series«. Mit gelber Netzrasterung. Und die CD an sich ist in transparentem bzw. Vollgelb gehalten. Schaut blendend aus und klingt noch besser. Was Inada aus seinen Computer-Tools herausholt, ist schlicht überwältigend. Grundsätzlich arbeitet Inada mit Rauschen, macht selbst stille Sounds hörbar und verdichtet alles zu einer energetischen Klangmasse. Heraus…
23.08.2001
Electronica und Acoustica, immer noch die Paarung, die die g’schmackigsten Früchte abwirft. Jon Sheffield fallen dann noch haufenweise Melodien ein, die er verspielterweise arrangiert wie ein Kind-Erwachsener. So ist dieses Debütalbum einerseits durchdrungen von niedlichem Electronica-Gefiepse, doch andererseits so mit melancholisch tönenden Acoustica (Melodica, Gitarre etc.) gefüllt, dass nie die Balance verlorengeht. Alles ist vorhanden:…
02.08.2001
Das Wiener Label Subetage sorgt mit dem Sampler „PutINout“ für Furore.
18.07.2001
Vorsicht, da ist kurzzeitig doch mehr drin, als draufsteht: »Their sound is 1970’s art rock and funky fusion plus Indian sitar, industrial, samples and field redordings mixed with new groove, space rock and psychedelic jazz«. Zwar sind einige Tracks, die zu sehr einem Fusionmodell untergeordnet sind, zu vergessen. Doch öffnen Mushroom – wie der Name…
02.07.2001
Neunter Teil der Staalplaat-Materialserie. Die schmucke CD-Box weist wiederum an Stelle eines Papiersheets dieses Mal ein Kupfersieb-Inlay auf. Künstler, CD-Titel und Trackreihung sind in der Plastikhülle imprägniert. Ansprechend gerät auch die Musik, in der der Wiener seine Technovergangenheit weit hinter sich gelassen hat und mit Loopschichtungen in La Monte Youngsche Dimensionen vorstößt. »Low Two« ist…
27.06.2001
Schwermut atmen. Ätherische Klänge kriechen in dich hinein und lassen dich nicht mehr los. Kevin Drew und Charles Spearin spielen nicht weniger als elf Instrumente und schaffen damit eine Atmosphäre beschaulicher Erhabenheit. Irgendwo zwischen Eno, Labradford und Cocteau Twins oszilliert Musik, die wonnigliches Entzücken bereitet. Wenn treibendes Schlagzeugspiel und simple Bassfiguren einen Rhythmusteppich legen, wenn…
13.06.2001
Der helle Wahnsinn! Hintersinniger Aberwitz zum Quadrat! »Aristoteles vor langer Zeit stellte fest, dass der Gott nicht an einen anderen als sich selbst denken kann, denn wenn der Gott z. B. an ein Quadrat dächte, wäre er von der Existenz des Quadrats abhängig«. Will da noch jemand eine Erklärung? »Ich Will Frei Sein«, Numminens absurd-komisches…
17.05.2001
skug presents Ex Eu, 20 – 22 May 2001
Festival of Electronic and Improvised Music from Hungary, Russia and Yugoslavia
16.05.2001
Festival mit elektronischer und improvisierter Musik aus Russland, Ungarn und Jugoslawien. Eine Kooperation von skug und Elisabeth Schimana mit dem Wiener Jazz- und Musicclub.
15.05.2001
»Hurdy Hurry«, Jim O’Rourke?s 15-minütige Komposition für Drehleier, ist ein schockierend-anmutiger Traumtanz, konstruiert am Mac mittels Protools-Software. Statisch, ohne Melodie und Rhythmus, strömt die Musik aus den Boxen. Obertöne kreisen im Uhrzeigersinn. Phil Niblocks übereinandergeschichtete O’Rourke-Samples tun ihre Wirkung auch ohne entschleunigende Rauchwarenbeigabe. Etwas anders sind die Trips »AYU« wahrzunehmen. Durch 24-faches Multitracking von Samples…
02.05.2001
Schwermut atmen. Ätherische Klänge kriechen in dich hinein und lassen dich nicht mehr los. Kevin Drew und Charles Spearin spielen nicht weniger als elf Instrumente und schaffen damit eine Atmosphäre beschaulicher Erhabenheit. Irgendwo zwischen Eno, Labradford und Cocteau Twins oszilliert Musik, die wonnigliches Entzücken bereitet. Wenn treibendes Schlagzeugspiel und simple Bassfiguren einen Rhythmusteppich legen, wenn…
01.05.2001
Die Musik des Kanadiers Mike Matheson (g, drumcomputer) erreicht die Grandezza von Bailter Space. Diese neuseeländische Band war Anfang der 90er-Jahre mit monoton-hypnotischen Monolithen von Songs am Zenit der Zeit. Und in einigen Nummern erreicht der Mann aus Toronto ganz allein die von melancholischem, drogenfreiem Abheben beeindruckende Dichte von Bailter Space. Allerdings tangiert die Musik…
29.04.2001
Neue Platten von »Intakt Records« und anderen. Die Schweiz jazzelt sich frei.
28.03.2001
Duoaufnahmen wie das extrem räudige »Red Five Purple« von Luc Houtkamp (computer) und Gert-Jan Prins (el, radio) sind um den Kern, das 15-minütige »White Yellow Nine Grey« gruppiert. Darin gelangt das volle Ensemble zur Geltung. Anne La Berge (fl, el), Lori Feedman (bcl), Kaffe Matthews (comp, violin), Luc Hjoutkamp (tsax), Gert-Jan Prins, Tim Perkis (comp),…
19.03.2001
Starke, wie ein Beben erzitternde Basslines, umgarnt von perkussivem Gezischel. Dann wieder ein Jimi Tenorsches Zitat, repetitives Sich-im-Kreis-drehen. Track 5 klingt gar wie elektronische Musik aus Tuva.Abstrakter Pferdegalopp als Schnittstelle zwischen digitaler und analoger Technik? Hoppauf im Sound Research Lab! In Silico geht dann noch in die Echo-Kraft-Kammer, um doch noch zugänglicher zu werden. Sounds…
19.03.2001
Verhatschte (Trip)Hop-Rhythmen, morbide Breitwandstreicherarrangements, ein sonderbar gestimmtes Piano und was für eine Stimme. Remember Tim Buckley und Nick Drake. Was mitunter echt problematisch wird, wenn sparsam instrumentierter Synthbass und Drumcomputer wie krampfhaft auf modern getrimmter Urban Folk tönen. Aber wenn Tim Hutton seine trüben Gedanken mit Tristesse-Hop paart, trifft er ins Herz. Etwa in »Wisdom…
19.03.2001
Warum das Bandprojekt aus der San Francisco Bay Area es eher schwierig haben wird: Zwar sorgt Marc Bianchi für ähnlich andächtige Klänge wie die Spacemen-3-Nachfolgecombo Spiritualized. Für Fans dieser Combo ist der Drumcomputer wohl etwas zu nervös programmiert und auch erreicht HSH nicht immer die unbedingte Soulfulness (»Snakecharmer«), die genanntes Vorbild erzielen konnte. Oder ist…
19.03.2001
Eklektiker, offen für jede Musik. Doch der balkanische Einschlag ist den jugoslawischen Virtuosen nicht auszutreiben. Filmregisseur Kusturicas (g) zehnköpfiges No Smoking Orchestra verfällt den luzidesten Rockriffs, doch volksmusikcodierte Akkordeons oder Violinen drängen aufmüpfig ins Geschehen. Wenn diese dann noch mit südserbischen Romatrompetern wirbeln, ist es wohl nicht nur um südslawische Fans geschehen. »Dance is Sex«,…
19.03.2001
Laut John Cage lässt sich Stille nicht wirklich herstellen. Doch eine feierlich leise musikalische Andacht ist drin. Vor einem selber. Spiele die Kremerata Baltica und die persönliche Versenkung wird gelingen. Das sechssätzige »Come In« von Vladimir Martynov lädt mit genialen, modal-schwermütigen Motiven ebenso dazu ein wie Arvo Pärts »Tabula Rasa«. Des Esten Meisteropus aus 1977…
19.03.2001
Als altgedienter Electronic-Song-Programmierer, der alle Instrumente und Sounds selber – bis auf Gastbeiträge u. a. von Marc Ribot und Steve Bywater – einspielt, tappt Hector Zazou diesmal nicht in die Falle des Absehbaren. Ein Fluch liegt über Las Vegas und zudem findet er in Sandy Dillon eine kongeniale Vokalistin, die aufgrund ihrer extrem aufgekratzten und…
05.03.2001
Kontemplatives Ende der Force-Inc-Trilogie. Nach abstraktem House (aka Luomo) und eigenwilligem Techno-Relaunch (aka Uusitalo) holt Delay unter eigenem Namen zum großen Ambientwurf aus. »Anima« ist ein träger, ruhiger Fluss, der ramponierte Seelen wieder ins Gleichgewicht bringt. Die Musik atmet. Housige Partikel ziehen am Firmament, doch sorgen stotternde, verwackelte Bässe für Bodenhaftung. 62 Minuten zuhören und…
05.03.2001
Die Beats, die Rupert Huber zu Dalòs »Musikprotokoll 2000«-Nighter beisteuerte, ließen die Freude bezüglich hervorragender P. A. schnell erlahmen. Dalòs Solowerk vermag mehr anzusprechen. Eine wiederkehrende, bassfundierte Klangschleife (»Bolex«) fungiert als Auftakt eines vielseitigen Albums. Nach kurzen Kompositionen für Streicher und gebetsmühlenartigen Mantrafürsprachen folgt die Essenz: Ein abgrundtief gestrichener Kontrabass wird von Geigenkaskaden konterkariert. Allerdings…
05.03.2001
Prägung durch osteuropäische Vorfahren, Roma- und russische Musik. Norwegische Jazzer um Stian Carstensen (acc, g, banjo, tamboura) wagen ein Hybrid mit bulgarischer Musik. Die Rechnung geht auf, wenngleich manchmal zu viele Zutaten den Brei verderben. Mit Bandmitglied Trifon Trifonov (sax) und Gastmusikern aus Bulgarien und Indien rast das Quintett durch Traditionals und auch ein bisschen…
05.03.2001
Brechung ist besser als als Reflektion. Refraktion heißt, eine zugeworfene Klangspende aufnehmen, transformieren und weitergeben. Wolf Brennan (pi), Gene Coleman (bcl), Christian Wolfahrth (dr) und Alfred Zimmerlin (vcello) machen das sehr strikt. Keine Jamsession also, sondern freie, gleichwohl durchdachte Improvisation, die in spröde, neue Komposition mündet. Das Quartett »formt eine Gestalt, keinen undifferenzierten Matsch«, weiß…
05.03.2001
Delikatessen, glänzend interpretiert. Das siebenköpfige nach der Flötistin Cordula Bösze benannte Frauenensemble beauftragte KomponistInnen, gehobener Unterhaltungsmusik mit zeitgenössischem Tonsatz zu Leibe zu rücken. Themenvorgabe: Polka oder Walzer! Uraufgeführt wurden die Stücke bei den »Kulturspektakel« in der Stadtinitiative Wien und die erst 2000 produzierte Mini-CD versammelt wohl das Beste daraus. Katharina Klement dekonstruiert auch mittels deftigem…
05.03.2001
Blue moods from Sweden with little help from Polish Orchestra. Arvo Pärtsches schweift introduktionsweise vorbei und schon gibt das Warschauer Orchester volle melodramatische Breitseite: ,»Am letzten Sommertag sind die Wolken weiß« singt Bandleader Thomas Feiner. Das Liebesglück ist ihm in »The Siren Songs« hold. Woher aber kommt diese schwelgerische Schwermut? Diese scheint den Nordländern eingebrannt:…
05.03.2001
Das Klangforum Wien, mit 25 Instrumentalisten besetzt, führt das polymetrische Einton-Titelstück durch die Oktave und lässt das Werk derart zur All-Ton-Komposition aufblühen. In sechs gleichzeitig erklingenden Schichten wandelt sich der Sound allmählich von spröder Grobkörnigkeit zum dichter werdendem Rauschen. Nach 22 Minuten ist zwar noch nicht wirklich ein Rauschen zu vernehmen, die Überlagerungen haben allerdings…
05.03.2001