Vladislav Delay

Anima

Mille Plateaux

Kontemplatives Ende der Force-Inc-Trilogie. Nach abstraktem House (aka Luomo) und eigenwilligem Techno-Relaunch (aka Uusitalo) holt Delay unter eigenem Namen zum großen Ambientwurf aus. »Anima« ist ein träger, ruhiger Fluss, der ramponierte Seelen wieder ins Gleichgewicht bringt. Die Musik atmet. Housige Partikel ziehen am Firmament, doch sorgen stotternde, verwackelte Bässe für Bodenhaftung. 62 Minuten zuhören und sich der mikroskopisch kleinen Veränderungen bewusst werden. Delays Album ist von ähnlicher Tragweite wie TV Victors »Agai«. Nur dass dessen 72-Minuten-Epos die Fortschreibung eines im Clubraum stehenden Houseloops ist. Während »Anima« eher für Chill-Out-Sphären bestimmt ist. Gibt’s solche außer im trauten Heim eigentlich noch? Wird nicht jeder etwas leisere Ton niedergeschwafelt?

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Vocalcity by Luomo (aka V. Delay)