Rebellion zwischen Tristesse und Aufbruch
»Als der Vorhang fiel« von Claus Oistric erzählt die Geschichte des Punk in Wien von den Anfängen in den 1970er- bis zur Blütezeit in den 1980er-Jahren.
Petra Kislinger
31.08.2026
»Als der Vorhang fiel« von Claus Oistric erzählt die Geschichte des Punk in Wien von den Anfängen in den 1970er- bis zur Blütezeit in den 1980er-Jahren.
31.08.2026
In der Zeit, als das deutsche Kolonialreich seine größte Ausdehnung hatte, waren viele Künstler*innen von einer kolonialen Weltsicht geprägt. So auch Max Pechstein, der im Ersten Weltkrieg auf den Palauinseln interniert wurde. Eine Ausstellung seiner Werke ist im Lentos Kunstmuseum Linz zu sehen.
31.08.2026
Robert Misiks »Erziehung zur Grausamkeit. Die Massenpsychologie des neuen Faschismus« ist eine brillante Diagnose der Gegenwart und eine Anatomie der schleichenden Verrohung unserer Gesellschaft.
24.08.2026
Wenn Maschinen demnächst ihr eigenes Ding machen, sind sie dann noch mit menschlichen Institutionen wie beispielsweise der Demokratie vereinbar? Ein aktuelles Update zu unserem digitalen Spiel »Kollektive Intelligenz«.
24.08.2026
Warum gewinnen autoritäre Versprechen wieder an Macht? Warum erscheinen starke Führer, einfache Wahrheiten und plakative Feindbilder so verführerisch? Corine Pelluchon entwirft in »Die Macht des Weiblichen. Ideen zu einer Demokratie ohne Herrschaft« ein Gegenmodell: eine Politik der Wertschätzung.
19.08.2026
Ist Reality-TV Camp und Aufklärung in einem? Auf diese These lässt sich mit Susan Sontag antworten: Zwar besitzt Reality-TV aufklärerische Effekte, doch weder ist es wirklich Camp noch ästhetisch aufklärend. Denn Aufklärung muss reflexiv sein – und genau das kann Reality-TV nicht leisten.
17.08.2026
Der Fotohof Salzburg zeigt mit »It’s Yours, It’s Mine: Seven Relational Portraits« einen Querschnitt durch das Schaffen von Mafalda Rakoš – einer Künstlerin, die sich in den vergangenen Jahren als eine der spannendsten Stimmen der jüngeren österreichischen Fotografie etabliert hat.
13.08.2026
Mit Ironie ist nicht zu spaßen, meinte schon Friedrich Schlegel. Heute gilt sie einerseits als Mittel emanzipatorischer Kritik und avancierter Kunst. Andererseits ist sie längst zum präferierten Propaganda-Tool der Neuen Rechten geworden. Ein Versuch, Ambivalenzen zu navigieren.
10.08.2026
Mit der flapsigen Bemerkung, er sähe Kinderbetreuung nicht als Arbeit, hat Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker nicht nur Mütter vor den Kopf gestoßen. Der Satz legt vielmehr offen, woran die österreichische Sozial- und Arbeitspolitik seit Langem krankt: das Unsichtbarmachen von Care-Arbeit.
09.08.2026
Sind Richard Prince’ Arbeiten geniale Medienkritik – oder doch, in Teilen, millionenschwere patriarchale Aneignung? Die Albertina zeigt einen Künstler, der zwar den Mythos des Originals zerlegt, dabei immer wieder aber auch eines reproduziert: den männlichen Blick.
06.08.2026
In Elias Hirschls neuestem Roman »Schleifen« steckt in jedem Satz eine neue Idee und die Sprachlosigkeit offenbart sich als beste aller Sprachen.
05.08.2026
Leichenschausteller Gunther von Hagens wird nun selbst zum Ausstellungsstück aus Kunstharz. Sein Werk, das Plastinieren Verstorbener, liegt wie ein Schatten über der Kunst und Unterhaltungskultur der Jahrtausendwende.
30.07.2026
Kelly Coopers und Pavol Liškas (Nature Theatre of Oklahoma) Verfilmung von Elfriede Jelineks Textwunderding »Die Kinder der Toten« ist eine freie, wilde Bearbeitung, eine Mischung aus Orgien-Mysterien-Spiel, großer Trash-Oper und einer Art Schlingensiefschem österreichischem Kettensägenmassaker.
29.07.2026
Der argentinische Historiker und Autor Hugo Javier Freitas forscht über Migration aus Europa nach Südamerika. In Teil 2 der Serie beschreibt er Licht als Metapher für das unsichtbare Gepäck der Menschen, die ihre Heimat zurücklassen, aber Traditionen, Gewohnheiten und Erinnerungen mit sich nehmen.
29.07.2026
Ist es nötig, dass Blockbuster-Regisseur Christopher Nolan die »Odyssee« in einen millionenschweren Kostümschinken verwandelt, der bis in die kleinste Rolle mit Hollywood-Prominenz besetzt ist? Brauchen wir wirklich noch eine konservative Verfilmung von Homers Epos? Oder ist das die falsche Frage?
27.07.2026
Es gibt Philosophen, die den Menschen erklären wollen, wie sie besser leben sollen. Während andernorts vor den Verlockungen des Genusses gewarnt wird, richtet Robert Pfaller in seinem neuesten Buch »Klare Striche zu wunden Punkten« den Blick auf dessen Gegenteil: die Askese als Lebensform.
25.07.2026
Zum Magischen Realismus oder Surrealismus zählen die Bilder der polnischen Künstlerin Erna Rosenstein, deren Werk zurzeit im Unteren Belvedere zu sehen ist. »Jenseits der Stille« heißt die Ausstellung, die erstmals für Österreich eine Retrospektive der beeindruckenden Künstlerin zeigt.
23.07.2026
»Keine Angst« von Danger Dan ist ein Song, der weniger durch seine musikalische Form als durch die moralische Unruhe, die er auslöste, zum politischen Ereignis wurde und einen Streit um die Kunstfreiheit entfachte. Eine kleine Bestandsaufnahme über Notwehr und Selbstjustiz, Widerstand und Angst.
20.07.2026
Regisseur Christopher Nolan ist bekannt für seine opulenten Irrfahrten. Von der Wucht des Originals bleibt bei »The Odyssey« nichts übrig. Bemerkenswert ist der Historienschinken trotzdem – wegen seines Drumherums.
19.07.2026
Building narratives while deconstructing them is Netti Nüganen’s method for opening up space for new dramatic moments. In »Ash, horizon, riding a house« she performs alongside Pire Sova and Kisling at ImPulsTanz 2026.
18.07.2026
Ist Heimat nicht eher ein Zeit- als ein Ortsphänomen? Denn was wir als Heimat empfinden, ist so individuell wie unsere Erinnerung. Unsere Heimatorte existieren im Gefühl für und Gedanken an etwas, das nicht mehr ist, aber vielleicht gelingt es einem Song, sie kurz zurückzurufen.
13.07.2026
Hugo Javier Freitas forscht über die Migration aus Europa nach Südamerika. Der Historiker und Autor aus Buenos Aires erinnert an Motive und Lebenswege, die zur Auswanderung ins Río-de-la-Plata-Delta nach Argentinien und Uruguay bewogen. Teil 1 der Serie bewegt sich auf den Spuren von Marko Grandić.
13.07.2026
Besetzte Schlachthäuser, die von Caterpillars geräumt werden. Dann doch ein jahrzehntelang geliebter Platz und im Endeffekt glückliche Hippies und Punkies: Die Arena Wien feiert ihren 50. Geburtstag mit einem Fotobuch und einer Ausstellung im Wien Museum.
07.07.2026
Beim Kampf gegen die Klimakatastrophe scheinen konservative, reaktionäre und rechtsextreme Kräfte die Deutungshoheit erlangt zu haben. Während Europa unter der wieder mal stärksten Hitzewelle aller Zeiten leidet, stellt sich die Frage, ob dies mit dem Kulturkampfbegriff »Hitze« zusammenhängt.
30.06.2026
Christoph Schlingensief war ein Meister darin, gesellschaftspolitisch heikle Themen aufzugreifen, in humorvoll-absurde Aktionen zu übersetzen und der Gesellschaft so ein schreckliches Spiegelbild vorzuhalten. Die Werkschau »Es ist nicht mehr mein Problem« ist bis 13. September 2026 im MAK zu sehen.
29.06.2026
Anlässlich des Todes von Valie Export extrahieren wir die Eröffnungsrede, die Elfriede Jelinek 1997 zur Ausstellung »Split Reality« im 20er-Haus (heute Belvedere 21) hielt. Ein Archivbeitrag aus der vergriffenen skug-Ausgabe #31.
20.06.2026
In einer Gegenwart, die von Polarisierung, Identitätskonflikten und nationalen Selbstbehauptungen geprägt ist, besitzt Michael Köhlmeiers Essay »Wenn ich wir sage« eine erstaunliche Aktualität. Ein Werk über Identität, Sprache und die Frage, wer dazugehört – und wer nicht.
17.06.2026
Angst vor Musik und Tage im Bett: Persönliche Verbindungen zu Patti Smith und Christoph Schlingensief werden von Theatermacherin und Schriftstellerin Helene Hegemann in ganz eigenen Bildern und Sprachanflügen beschrieben.
15.06.2026
Muriel d’Ansembourgs Film »Truly Naked« ist nicht nur eine kinky Coming-of-age-Geschichte, sondern eine Verhandlung über die Bedeutung von Konsens.
15.06.2026
Mit David Hockney, einem der einflussreichsten Vertreter zeitgenössischer Malerei, hat die Kunstwelt einen ihrer größten Optimisten verloren, einen Mann, der Kunst als Akt des Widerstands gegen Vergänglichkeit verstand. Sein Markenzeichen: unbeschwerte Poolbilder in leuchtenden Farben. Ein Nachruf.
15.06.2026