© Kristina Viera Wolf
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Lost and found: Bräuhausgasse 31

Diese Namen! Diese humorigen, selbstironischen Inszenierungen junger Künstler*innen! Eine Person mit großen, poppigen Bildern nennt sich »An Unhonored Moment of Existence«. Wie wird es mit der Leerstandnutzung des vierflügeligen Hauses in der Bräuhausgasse in Wien Margareten weitergehen?

Beim Eingang gibt es eine riesige, orangefarbene gesprayte Figur, der Bäume aus der Hand wachsen, und einen alten Teekessel, in den die Spenden, »damit es mit dem Haus weitergeht«, gesteckt werden. Das hohe Haus erstreckt sich ähnlich einem Vierkanthof auf vier Seiten um einen kleinen Hof herum, in dem im Februar die Forsythien blühen. Ein Punk veräppelt die Besucher*innen gleich, bis er draufkommt, dass seine Schwiegermama eine alte Bekannte der Reporterin ist. »Später kommt die Performance namens ›Dinosaurier zerstören die Welt‹«, sagt jemand. »Der Performer singt gerade laut unter der Dusche.« Später ist der Performer durch seinen hellblauen Bademantel mit der über den Kopf gezogenen Kapuze sofort als Dinosaurier zu erkennen.

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Das Haus in der Bräuhausgasse 31 steht in einer Sackgasse, direkt an der Mauer zu einer Firma, gegenüber gibt es ein Gasthaus. Die 40 Wohnungen wurden vor über einem halben Jahr für eine Leerstandnutzung freigegeben. Auf der Website steht, dass in drei Wochen eine andere Kunststätte gesucht werden wird. Doch anwesende Personen geben verschiedene Auskünfte, wie es weitergehen soll. Von einer Immobilienfirma, die pleite sein soll, über eine Investorengruppe, die dem Projekt positiv gegenüberstehe, bis zur Besetzung, die mit in die Luft gemalten Anführungszeichen unterstrichen wird, gibt es unterschiedliche Ansätze zum dem Thema.

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»APuckAlypse«

»Do not look up«, steht auf einer niedrigen Türe, »oder doch?«, hat wer dazugeschrieben. Mr. and Mrs. Sanat Sikisic stellen in einer der ehemaligen Wohnungen aus. Es gibt jeweils einen nicht allzu großen Wohnraum, ein kleines Bad und einen Vorraum, der wohl als Küche diente. So kleine Wohnungen könnten heutzutage wohl nur an Student*innen vermietet werden. »Sorry, a rose to some«, steht unter dem Bild einer Rose. Autocollagen, Glitzerkunst von @DieAschenbrecher. Gesichter hinter Gesichtsgittern von @GezeichnetfürsLeben. »APuckAlypse« steht auf einer Türe, hinter der der Bademantel-Performance-Künstler lebt. Flotte Inszenierungen mit viel Schwarz und Rot dominieren. Die Bar mit grünen Wänden und gelben Lichtern darüber ist gut besucht.

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Diese Namen! Diese humorigen, selbstironischen Inszenierungen junger Künstler*innen! Eine Person mit großen poppigen Bildern nennt sich »An Unhonored Moment of Existence«. Eine andere »Schneeflocken im gefrorenen Blut«. Der ukrainische Künstler Alexandro hat eine Holzfigur mit Gesicht geschaffen, eine Art Holzgebäude aus Spannplatten. Ein Schild hängt an der Gebäude-Figur: »BM für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport. Von Observer« steht darauf. Im Fenster steht noch eine Holzfigur mit Hut und gebeugtem Kopf, auch von draußen gut zu erkennen. Überall laufen junge Leute herum, auf den niedrigen Stufen in die zwei Stockwerke hinauf ertönen Lachen und aufgeregtes Reden in freudiger Erregung.

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»Unruhe«, jetzt

Diese Ausstellung hat Jacob kuratiert, von 7. bis 10. März 2024 (also noch bis Sonntag) kuratiert Kathi Gusch gemeinsam mit Armin Schrötter, ihre Ausstellung nennt sich »Unruhe«. »Mir macht es Spaß große Hände zu malen«, erklärt Sprayer Felix sein Eingangsbild. Er zeigt sein Atelier her, das Fenster im obersten Stock geht seltsamerweise auf eine Mauer. Seine rote Steinfigur im Flur schaut aus einem blauen Auge aufmerksam die Besucher*innen an. Die Kunst der Farbe, die Farbskala von Johannes Itten hängt im zweiten Stock über einer Arbeitsplatte an der Wand. Dort sitzen zwei fröhliche Jungs auf einem Sofa, zeichnen und unterhalten sich.

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Michael und Samuel (@eyesoftheancient) scheinen sich gegenseitig zur Kunstproduktion anzuregen. Über ihnen hängen ihre Werke. Pralles, volles, selbstbestimmtes Leben. »I started going to therapy and my mom started hating me«, steht auf einer Türe. Tja … Alle die vorbeigehen und sich durchbuchstabieren, fangen zu lachen an. Eine Gruppe Punkies sitzt am Boden in einem Raum, der von Oliver Hölzl voller blauer Gitter bemalt ist, und spielt Karten. Mau Mau! Sie scheinen sich in der düsteren Inszenierung heimisch zu fühlen. Viele migrantische Kids sind dabei, ein großer Junge hat eine Jacke auf der hinten »Lost boys« draufsteht. Bräuhausgasse 31: Lost and found and lost again? Bitte nicht.

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