Reinhold Friedl/Martin Siewert – »Lichtung« – Karlrecords

Man nimmt sich wenig Zeit, um zu veranschaulichen, woher man kommt und wohin es geht: »Genese«, erster Track auf dem 2021 in Wien aufgenommenen Album »Lichtung«, beginnt erst mit einem dronigen Brummen und geht dann über in ein Rauschen, das den Knorpel der Ohrmuscheln zum Wabern bringt und verflüssigt. Reinhold Friedl (Zeitkratzer und hundertfacher Kollaborateur…

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Lutz Vössing
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10.01.2024

Iannis Xenakis – »electroacoustic works – Karlrecords

In der Regel stellt Ignoranz einen bequemen Rückzugsort dar. Man verpasst damit aber leider auch eine Menge. So ging es mir lange mit Iannis Xenakis, der heuer 100 Jahre alt geworden wäre. Es ist jedoch nie zu spät, ein Pferd von hinten aufzuzäumen. Ignorance is bliss! Seltsamerweise zeigte sich in der Redaktion niemand an der…

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Chris Hessle
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16.05.2022

Reinhold Friedl über das Phänomen Kraftwerk

Das Kollektiv Zeitkratzer feiert 20 Jahre Bestehen, Karlrecords hat nun auch schon 10 Jahre auf dem Buckel. Zwei Gründe für die Veröffentlichung der Kraftwerk-Cover auf dem Label. Die restlichen erklärt Reinhold Friedl im Interview.

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Lutz Vössing
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31.08.2019

Saba Alizadeh – »Scattered Memories« – Karlrecords

Ominös und warm wie die Wüstensonne am frühen Abend erklingt die Musik des Iraners Saba Alizadeh. Auf der sogenannten Kamantsche, einem traditionellen iranischen Instrument, das aussieht wie eine Mischung aus Geige und Banjo und auch annähernd so klingt. Es fehlen ja neue Begriffe für das, was heute alles als Ambient bezeichnet wird. Wenig mit Weltraum…

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Lutz Vössing
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14.03.2019

Labrecque/Barakat – »Terminal Desert«

Paul Labrecque (Sunburned Hand Of The Man) und Ghazi Barakat (Stereo Total, The Golden Showers, Boy From Brazil ) hauen mit ihrer kurzen, aber eindrucksvollen LP »Terminal Desert« auf Karlrecords eine zwei-trackige Scheibe auf den Teller, die anarchisch ihren eigenen Sound sucht und auch findet. Der Deutsch-Palästinenser Barakat entwickelte unter dem Alias Pharoah Chromium eine…

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Lutz Vössing
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08.03.2019

Benjamin Finger/James Plotkin/Mia Zabelka – »Pleasure-Voltage«

Benjamin Finger, Multi-Artist, based in Oslo, gab Material aus seinem Kopf in die Welt, via Synthesizer, Piano und Feldaufnahme, und ließ die Musiker*innen Mia Zabelka, äußerst erfahren an der E-Violine und anderen Elektro-Devices, sowie James Plotkin, vor allem mit der E-Gitarre beschäftigt, seinen vorgegebenen Rahmen ausmalen und sprengen. Zwei Tracks sind daraus entstanden. Das erste…

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Lutz Vössing
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08.03.2019

Finger/Plotkin/Zabelka – »Pleasure/Voltage«

Benjamin Finger, James Plotkin und Mia Zabelka bilden ein neues Trio, das psychedelische Drone-Landschaften zaubert. Schwermütige Pianominiaturen sind ein herausragender Ausgangspunkt auf ihrem Album »Pleasure/Voltage«. Der 20-minütige Einstiegstrack »Hostile Structures« nimmt mit einnehmenden, an Erik Satie erinnernden Klaviertönen sofort gefangen, doch bewegen sich die Soundschlieren alsbald in Richtung traumhafter Ambient-Sphären. Nach Minute 8 sind es…

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Alfred Pranzl
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02.02.2019

Giulio Aldinucci – »Disappearing In A Mirror«

Das Musikjahr 2018 war ein reichhaltiges und deshalb gehen hier und da auch mal ein paar Früchte der Ernte auf dem Weg verloren. Eine dieser Früchte ist das Album »Disappearing In A Mirror« des italienischen Sound-Artists Giulio Aldinucci, sein zweites nach »Borders And Ruins» (2017) auf dem Berliner Label Karlrecords. Darauf versammelt: Sieben äußerst mächtige…

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Lutz Vössing
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07.01.2019

Jasmine Guffond – »Degradation Loops«

Mit den »Desintegration Loops« von Basinski, der alte Magnetbänder digitalisieren wollte und dann beim Arbeitsprozess den langsamen Verfall der Magnetschicht dokumentierte, entstand – ob gewollt oder ungewollt – das Narrativ vom Zerfall der westlichen Gesellschaft und symbolisch war der Zeitpunkt perfekt gewählt. Laut eigenen Angaben beendete William Basinski am Morgen des 11. September (2001) die…

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Lutz Vössing
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13.10.2018

Audrey Chen – »Runt Vigor«

Die 1976 in den Staaten geborene Cellistin und Stimmkünstlerin Audrey Chen setzt mit ihrer neuen Veröffentlichung – ob bewusst oder unbewusst – ein Statement zum derzeit im Netz wieder stattfindenden Hype des ASMR-Brauchtums. Autonomous Sensory Meridian Response, oder kurz ASMR, bezeichnet dieses angenehme, den Hals und Rücken herunterziselierende Gefühl – recht ähnlich der Gänsehaut –,…

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Lutz Vössing
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16.09.2018

Konstrukt & Keiji Haino – »A Philosophy of Warping, Little by Little That Way Lies a Quagmire«

Konstrukt, die türkische Vier-Kopf-Free-Jazz-Formation, kann nun auf zehn Jahre Bestehen zurückblicken und somit auf eine Reihe von Aufnahmen, die ihnen eine beachtliche Reputation in künstlerisch avantgardistischen Kreisen verschafften, u. a. mit Größen der Szene wie Peter Brötzmann, Joe McPhee, Akira Sakata und Thurston Moore. Und sie machen weiter. Wie hier bei der nun schon »zweiten« Kollaboration…

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Lutz Vössing
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30.07.2018

»Karl Marx’s 200th!«

Das Berliner Label Karl Records feiert Karl Marx’ 200. Geburtstag unter Leitung seiner theoretischen Expertise mit einem mensch-maschinellen Geburtstagsmix.

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Benedikt Haid (Illustration), Lutz Vössing
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15.05.2018

Iannis Xenakis – »Persepolis«

Eine Beschreibung von Xenakis’ theoretischer Herangehensweise an die Musik könnte trockener kaum sein: Die von ihm begründete »Stochastische Musik« verarbeitet Zufallsphänomene, wie z. B. Regen, zu Datensätzen, die in Kurven visualisiert und zu Kompositionen verwandelt werden. Durch die Anwendung von zu seiner Zeit aktuellen Theorien oder Gesetzen der Naturwissenschaft, und hier besonders der Mathematik, auf…

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Lutz Vössing
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23.04.2018

Arovane + Porya Hatami – »Organism_Evolution«

Das ehemals in Karlsruhe situierte Berliner Label mit dem naheliegenden Namen Karlrecords hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwer verdauliche, jedoch durchgehend interessante Musik zu veröffentlichen. Darunter finden sich v. a. Werke aus Electroacoustic, Free Jazz und Noise (z. B. zeitkratzer, Keiji Haino, Caspar Brötzmann, Idklang). Mit der Fortsetzung des 2017 ebenfalls hiesig erschienenen Albums…

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Lutz Vössing
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06.04.2018

»Live at Candy Bomber Studios Vol. I« – Pupillo/Babel/Brötzmann

Reihenweise werden Bäume umgemäht, dass es nur so kracht. Caspar Brötzmanns Gitarre kreischt in »Teer« teils ähnlich einer distorted Motorsäge, windet sich waidwund im Feedbackdonner. Dazu gesellt sich Massimo Pupillos Bass, im Rückkopplungslärm eine weitere Stromaxt. Und Alexandre Babel (Eklekto, Kammerensemble Neue Musik Berlin, Sudden Infant, spielte mit Otomo Yoshihide, Keiji Haino) sorgt am Schlagwerk…

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Alfred Pranzl
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04.12.2017

Klangsphärenwehmut: Instrumentales, politisch codiert

Elektronisch-experimenteller Herbst mit atmosphärischer Popaffinität. Die Palette mit melodischem Durchschimmern klangmalen Dedekind Cut, Roger Goula, Giulio Aldinucci und Denovali-Acts. Von letzterem Label äußert sich The Eye of Time durchaus politisch, wenngleich sich dies wie bei Hauschka aufgrund instrumentaler Poesie nur in den Tracktiteln niederschlagen kann.

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Alfred Pranzl
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29.10.2017

All das klebrige Zeug

Eine Naschreise durch Neoromantizismen unterschiedlichster Ausprägung. Mit Neuerscheinungen von Maria Gstättner, Erik Friedlander, Takaakira Goto, Chihei Hatakeyama, Werner Dafeldecker & Nicholas Bussmann, Aidan Baker & Idklang, Chapelier Fou, Jean-Jacques Perrey & David Chazam sowie Økapi.

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Curt Cuisine
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06.06.2015

Der elektroakustische Cul-de-sac

Ein Streifzug durch aktuelle Tonträger zwischen Neuer Musik, Noise und Elektroakustik. Mit CDs von Vinzenz Schwab, Reinhold Friedl, Spyros Polychronopoulos, KK Null, Frank Bretschneider, Yasunao Tone, Talibam! & Sam Kulik, Erik Nyström, Robert Normandeau, Dominique Bassal und Jan St. Werner.

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Curt Cuisine
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09.04.2015

»The Wild Bull« – Morton Subotnick

Da es in skug #96 einen ausführlichen Artikel über den US-amerikanischen Elektronikkomponisten Morton Subotnick gab (siehe Link unten), kann ich mich hier auf diese Platte konzentrieren. Ursprünglich war »The Wild Bull« 1968 auf Nonesuch erschienen, nun hat Karlrecords dieses Werk als feines 180-Gramm-Vinyl wieder zugänglich gemacht. Für mich war »The Wild Bull« eine Initiationserfahrung. Eines…

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Heinrich Deisl
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12.12.2014

»Live at Jahrhunderthalle Bochum« – Zeitkratzer

Die zweite Zusammenarbeit zwischen dem japanischen Stimmakrobaten und dem Berliner Ensemble: Während auf dem ersten Album, dem Titel »Electronics« (2008) entsprechend, diese noch irgendwie prägend war, steht bei dieser Live-Aufnahme nur Hainos Stimme zur Disposition. Und einziger »Trick« hier: die akustische Verstärkung der Stimme. – Karlrecords scheint sich mit Zeitkratzer einen speziellen Deal ausgemacht zu…

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Heinrich Deisl
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11.12.2014

»Ligment« – Ulna

Ulna ist ein Duo, bestehend aus Valerio Zucca Paul und Andrea »ICS« Ferraris, beide aus Italien. Die angebliche Genialität dieser etwas verhaltenen electronic grooves kann ich nicht ganz nachvollziehen, ebenso wenig wie den Witz mit den willkürlich entfernten Vokalen. »Ligment« hei&szligt eigentlich »Ligament«, ebenso wie das Stück »Chrnc Sleep Db« vermutlich »Chronic Sleep Dub« ausgesprochen…

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Curt Cuisine
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25.10.2012

»Lucen« – afarOne

Wäre ich Dokumentarfilmer, würde ich sofort auf dieses düstere Scheinen (im doppelten Wortsinn) zurückgreifen. Was der spanische Komponist/Pianist Stefano Ruggeri aka afarOne hier schafft, klingt wie ein Soundtrack aus dem wahren Leben, und lässt sich nicht nur als Melodram auf die sinnlosen, leerstehenden Mega-Bauten aus der Ära des korrupten, iberischen Finanzblasentums »lesen«. Noch dazu hat…

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Alfred Pranzl
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04.04.2012

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