Giant Giant Sand

»Tucson: A Country Rock Opera«

Fire

OK, yepp, es ist eine harte, ungerechte Welt. Sagt er und spuckt den Prim ungeniert in den Steppensand. Good Luck, Suckers, I am on my way! Der 56-jährige Howe Gelb ist der Indie-Rock-Cowboy wie er im Buche steht, ein kauzig selbstverliebter Ego-Crooner, der ständig um Anerkennung gockelt, dabei endlos cool sein will. Grotesk, dass mit Calexico um Joey Burns und John Convertino, die ehemaligen Mitmusiker während Giant Sands wichtigster Phase Ende der 1980er bis Mitte der 1990er wesentlich berühmter wurden als sein eigenes über drei Jahrzehnte währendes Band-Baby. Positiv melancholie-durchsetzter Country Noir, fallsüchtige Wüsten-Walzer, Mariachi-beduselter Desert Rock da wie dort. Nur wo sich Calexico nach einigen auf Mega-Band-Proportionen aufgeblasenen Jahren nun back to basics bewegen und aktuell mit »Algiers« eines der atemberaubendsten und feinfühligsten Alben ihrer Karriere abgeliefert haben, da klotzt Gelb einen fett drauf. Jetzt endlich. Jetzt erst recht. Eine Arizona-Oper muss es sein, zwölf Mensch Kleinorchester inklusive dänischen Streichern und Kinderchor extra. Götterdämmerung für den ewigen lonely drifter, post-alkoholisiert und das gebrochene Herz notdürftig mit Tixo-Streifen zurecht geklebt. In einem Occupy Tucson-Camp wird er Erfüllung und die Dame, hoffentlich eine Kellnerin, wiederfinden. Im Wesentlichen wäre das alles Dokument verfehlten Grö&szligenwahns. Ignoriert man die Big Story, ist es die verdammt noch mal, kurzes Verstummen, Grillenzirpen, jemand zieht das Bier blank von seinem Patronengürtel, es ploppt. Beste stinkende Männer-Mitsing-Platte, die die Welt seit langem aus der Boxershort, die mit dem maskulinen braunen Mittelstreifen, klopfte. A Man needs a Maid. Fucking Yeah!