Bowerbirds

»The Clearing«

Dead Oceans

Während an der Au&szligenfassade der Popmusik in den letzten Jahren der gerade angesagte »hei&szlige Schei&szlig« oft schneller aufkam und wieder verschwand als die Klaxons »What the fuck?« sagen können, formierte sich im Hintergrund eine wachsende Schar an MusikhörerInnen, die dem in sich gekehrten, entschleunigten Folkpop von Acts wie Feist oder Iron & Wine mehr abgewinnen konnten als den Trends der Stunde.
Von dieser Liebe zu unaufdringlicher, aber oft grandioser Musik können derzeit auch die Bowerbirds aus North Carolina profitieren, die den Vergleich mit den oben genannten Künstlern nicht zu scheuen brauchen. Die Gruppe besteht im Kern aus dem Pärchen Phil Moore und Beth Tacular, die sich als Leadsänger abwechseln. Auf »The Clearing«, ihrem dritten Album, trampen die Bowerbirds durch die Geschichte des unverstärkten Amerika und bergen unterwegs Schätze so zerbrechlich wie berührend. Obgleich äu&szligerst komplex in der Komposition und den Arrangements sind die elf Songs des Albums doch stets einladend und bescheiden. Wer genau hinhört, wird allerdings staunen ob der Raffinesse dieser Lieder, die in dezent eingeflochtenen Dissonanzen, feinem Gitarrenpicking und rhythmischen Experimenten zum Ausdruck kommt. »The Clearing« ist das perfekte Album für Leute denen schräge Vögel wie Devendra Banhart manchmal zu wenig Fairport Convention gehört haben. Wahrscheinlich aber für noch viele mehr.