Various Artists

»Deutsche Elektronische Musik 2«

Soul Jazz

Zwischen der »Weissen Alm« und dem schwarzen Loch ist viel Platz. So viel Platz, dass sich ein kruder Naturromantiker wie der Schweizer Sergius Golowin mit seinem Lobgesang auf »Lord Krishna von Goloka« (Der Lois von der Weissen Alm?) neben den Raum-Explorern Eno, Moebius & Roedelius (»Base & Apex«) darauf tummeln kann, ohne dass das halogene Sternenschiff die armen Kühe aufschreckt. »Deutsche Elektronische Musik 2« sieht den Gott des Krauts pantheistisch in allen deutsch(sprachig)en Menschenkindern der Jahre 1971-1983, vom »guten Hirten« (Golowin) bis hin zum »großen Propheten« (Rolf Trostel). Natürlich steckt der in Can, Neu!, Faust und Amon Düül II, aber auch in der Verkleidung des Genius malignus bei Asmus Tietchens, DAF und Pyrolator. Allen gemein ist ein »Kosmisches«, verstanden als gesellschaftlicher Gegenentwurf und Eskapismus-Konzept – ob darin nun die Sonne über allen (»Ja Sie Sollen Gottes Kinder Heissen Agnus Dei, Agnus Dei« von Popol Vuh) oder der »übermenschliche« Griff nach den Sternen (DAF) propagiert wird. Hare Krishna, Baader-Meinhof und der Traum vom besseren Leben. Der Anti-Establishment-Zeitgeist der 70er, ausformuliert in halluzinogenen Lesezirkeln und auf psychedelischen Spacetrips. Kommt in gewohnt liebevoller Doppel-Scheiben-Edition.