Mikhail

»Xenofonia«

Sub Rosa

Xenofonia ist wie eine akustische Anekdote aus der Griechischen Mythologie, vorgetragen von der männlichen Inkarnation Björks. Wer der Isländerin nicht zuhören will, der sollte Mikhail Karikis gleich abschreiben – über weite Strecken dieses Albums zelebriert der Grieche vollkommen ungeniert die Imitation aller Guðmundsdóttir-Gesangskapriolen. Manchmal ist es kaum zu glauben, wie unsittlich nahe er seiner »Inspirationsquelle« dabei kommt. Gerade das sollte Björk-Sympathisanten aber keineswegs im Voraus abschrecken. Schlie&szliglich vereinen sich auf Xenofonia hoher vokalistischer Anspruch und experimenteller Pop zu einem stimmigen, vielschichtigen Album rund um Geschichten über Cerberus, Orpheus und den »Sounds From Beneath«. Das alles ist mehr als frech, und auch sicher unterhaltsamer als ein Hörbuch mit Michael Köhlmeier.