Various Artists

»Space Funk – Afro Futurist Electro Funk in Space 1976–84«

Soul Jazz Records

Die hier von Soul Jazz Records (auf CD; es gibt auch ein Doppel-Vinyl-Format mit beigelegter 7″) veröffentlichten 15 Tracks sind zumeist rare 7- oder 12″s von kleinen unabhängigen Labels, die schon bei Erscheinen keine großen medialen Wellen schlugen – wie so oft zu Unrecht, wenn auch irgendwie verständlich: Gab es für sie doch keine großen Budgets, weder für Produktion noch für Vertrieb oder Marketing. Aber sie fanden wohl ihre eingeschworene Fangemeinde. Das ist kein Wunder, sind sie doch stilistisch nicht unbedingt eine Randerscheinung. Sie liegen in mehrfacher Hinsicht im Trend der Zeit um 1980. Musikhistorisch haben wir die Epoche des Übergangs von Disco, dessen schillernder bohemer Hedonismus zu einem Abgang im Sinne von L’art pour l’art kam, zu HipHop, mit dem sich die populäre Musik sozusagen die »Straße« zurückeroberte. Electro war zu Anfang der 1980s der Stil für die Breakdancer. All diese Stile (und einige mehr) klingen in den hier kompilierten Songs an – allerdings unter Verwendung von mit Computern erzeugten Klängen, rhythmischem Gefiepse, Rauschen, Blubbern und Flirren, die den Groove umspinnen. »Das Radar meldet einen elektronischen Stern mit Mutanten-Funk und Space Boogie, allüberall Space-Invaders!«, seht auf der Rückseite des CD-Covers. Bandnamen und Songtitel beschwören vielsagend Space, Computer Games, Supersonic, Bionic, Solaris, Electro … Stilistisch ist diese Compilation breit gefächert: Von Electro goes Kraftwerk (z. B. Jamie Jupiter) über die häufig anklingenden Tom Tom Club (Frank Cornilius) und funky Avant-Electro-Pop (Copperfield) bis zu bläsergetriebenem New Orleansigem P-Funk (Santiago) und frühem No Wave Funk (Funk Machine, 1977) reicht das Angebot, das jedem Gusto etwas zu bieten kann.