Various Artists

»Soul Jazz Records Presents Fashion Records – Style & Fashion. A-Class Top Notch Hi Fi Sounds in Fine Style«

Soul Jazz Records

Fashion Records wurde 1980 von den beiden Briten Chris Lane und John MacGillivray gegründet; 1982 eröffneten sie dann auch ein eigenes Tonstudio. Und, last but not least, gab es – schon seit 1976 – ein eigenes Plattengeschäft in Clapham Junction, London. Der Laden hieß Dub Vendor und fungierte quasi als Seismograf für den Markt. (Hier erwarb der Verfasser dieser Rezension übrigens in den späten Siebzigern seine ersten Reggae- und Dub-LPs). Soul Jazz Records ist nicht das erste Reissue-Label, das sich dieser britischen Ikone in Sachen Reggae-Moden widmet. Reggae Archive Records (ein Sublabel von Sugar Shack Records) brachte 2012/13 zwei Compilations unter dem Namen »Fashion in Fine Style – Significant Hits Vol. 1 & 2« mit jeweils 20 Titeln heraus. Die Palette umspannte so ziemlich alles, was an Reggae-Stilen seit den frühen 1970’s in Jamaica und im UK angesagt war, von Roots Reggae und Dub über Lovers Rock und Dancehall bis Jungle. So auch nun, sieben Jahre später bei Soul Jazz Records. »Tatsächlich ist die Länge und Breite von Fashions musikalischem Katalog so groß, dass es wirklich fast unmöglich ist, seine Essenz in eine Compilation zu destillieren. Man könnte in Wahrheit ganze Alben mit (Fashions) größten Hits machen bzw. mit Lovers Rock oder UK Dancehall oder nur mit jamaikanischen Stars auf Besuch (im UK). Dieses Album ist folglich eher subjektiv und eine Schrotflinten-Tour durch einige der einzigartigen und schwergewichtigen Songs aus dem Fashion-Stall, die wir lieben – einige davon Klassiker, einige weniger bekannt, alle hundertprozentige Killer.« Mit dieser drastischen Formulierung des Label-Chefs Stuart Baker in seinen Annotationen zu »Style & Fashion« ist die Herangehensweise beim Kompilieren dieser Doppel-CD klar auf den Punkt gebracht. Man hätte wohl anders kompilieren können, stilbezogener, ausgewogener, konsistenter – allein, man wollte nicht. So ist es ein Mixed Bag of Goodies geworden, ein Rollercoaster gelegentlich: Relaxt-coolem Dancehall von Papa Face & Red Man folgt soulig groovender Lovers Rock von Dee Sharp; auf Cutty Ranks mit wummerndem Bass unterlegte Stakkato-Toasts folgt speedig-hektischer Ragga von General Levy; darauf Roots Reggae, kristallin-poppiger Digital Reggae, hektisch-technoider Jungle … Fashion nahm, was gerade kam – und machte jeweils das Beste daraus. In fine style!

Zu Fashion siehe auch: