Boards of Canada

Twoism

Warp

Aero-Nostalghia für Wave-Esoteriker. Nope. BOCs Weg des Cocoonings im Spinnwebsynthesizer zum Sonntagnachmittagstee, der war nicht meiner. Auch wenn die Musikfachpresse seit 1998 über die herzwarm menschelnde Electronica des schottischen Duos ejakuliert wie sonst über keinen nach 95 ins Spiel gebrachten e-Sphärenwerker. Seit »Twoism« tickt das anders: Rerelease der ersten ever geschaffenen Tracks, die Mitte letzten Jahrzehnts noch via 12″ in Eigenauflage von 100 Stück kursierten, letztlich als Demo erfolgreich bei Skam und Warp. Während die weithin respektierten Alben »Music has the Right to Children« und »Geogaddi« relativ fahle Heimsitzerideen in unerträglicher Zuckrigkeit breit treten (swingender kriegt man das haargenau selbe bei D’Arcangelo, intensiver auf den Punkt gebracht bei Mouse on Mars), hat »Twoism« noch die suchende Rohheit, den Soul, der das ambiente Gleiten zum Glühen bringt. So gut man halt an einem verregneten Hochlandabend glühen kann. Soft Cell und Autechre im Walkman. Den Joint in der Linken, das Pornoheft und die großen Träume in der Rechten. Ein Paradies, solang der Heimpfarrer draußen bleibt. Gloom and Groove in Quintessenz.