Michael Hurley

Sweetkorn

Trikont

Was könnte man über Michael Hurley nicht alles schreiben, ohne dabei Gefahr zu laufen, sein Leben legendenhaft zu verbrämen. Ein Leben als Hobo, Beatnik-Affinitäten, Comic-Zeichner, Zusammenarbeiten mit anerkannten Größen der Off-Scene (Wann kriegen eigentlich die »Fugs« ihr mediales Revival?), hymnische Einträge in Poplexika und den Mann kümmert das alles einen Scheiß, geht unangekündigt in die Isolation, um plötzlich eine Platte im Wohnzimmer von Freunden aufzunehmen, ausgewählte Gäste mitwirken zu lassen und indirekt die Erinnerung zu evozieren, dass Townes van Zandt ein wahrlich Guter war. Michael Hurley, mittlerweile auch schon 60, klingt auf »Sweetkorn« wie ein Veranda-Schaukelstuhl auf knarzenden Dielen – und Nachbars Schafschärmaschine brummt dazu. Der Mann schreibt weniger persönliche Texte als schon erwähnter van Zandt, vielleicht hat diese Distanz es ihm jedoch auch ermöglicht, bislang nicht den »Wayfaring Stranger« geben zu müssen. Watch out for a Konzerttermin.