Otomo Yoshihide

Plays the Music of Takeo Yamashita

P-Vine Records, PCD-5804 (Japan)

Die Heimat gehört dir. (Stimmt das?) Zunächst einmal müssen Sie verstehen, dass Yoshihides Heimat(en) anderer Art sind. Nicht so weit weg, sind sie genaugenommen nur andere Landschaften. Diese Aufnahme Yoshihides ist eine Top-Hit-Produktion. Wie ein rollendes Pokemon, ein fliegendes Hello Kitty. Auch ich habe keinen der Filme gesehen, trotzdem hatte ich beim Abspielen der CD sofort ein Déjà-vu-Erlebnis: »Paris,Texas« (Deutschland), »La Boom« (Frankreich), »Saturday Night Fever« (USA/Welt), »La Strada« (Italien) usw. Wenn ich diese phantastischen Stücke höre (Besetzung, Arrangements und Aufnahme könnten perfekter nicht sein), fühle ich mich wie kleines Kind vor einem Fernseher: Godzilla wird irgendwann den Stecker rausziehen und diesen verdammten, abscheulichen und grausigen Ghidorah abschalten. Danach können Sie Ihre Filmmusik-Reihe von John Zorn verkaufen – wir bewegen uns hier im Kreis von Komponisten wie Morricone, Herrmann oder Delerue. Genau darum geht es: Otomo ist ein Komponist, und ein erstaunlicher noch dazu. Er kann Bilder umsetzen und spielt mit dem Orchester so, wie andere Harfe oder Gameboy spielen oder einen Joy-stick in der Hand halten. Das ist Dynamik, dafür gibt es 1000 Sterne!