Peaking Lights

»Peaking Lights«

GoodToGo

Mitunter ist es ganz angenehm, wenn man erst ein paar Tracks bei einer CD braucht, um herauszufinden, was man da jetzt überhaupt hört. Schubladen, ja, eine Gei&szligel. Hier ist eine: »Peaking Lights« ist das »West Coast Dub-Pop-Duo Aaron Coyes und Indra Dunis«. Ja, richtig, den Dub hört man ein bisschen. Aber so genau nehmen es Coyes und Dunis nicht damit. Vor allem schummeln sich da immer wieder artfremde, eher im Psychedelic-Bluesrock heimelige Soundschnipsel hinein, die im Verbund mit dem LoFi-Charme der ganzen CD und dem unterseeischen Groovegewebe eine ganz eigene Melange ergeben. Lasziver Gothicdub, submariner Rockabilly, 60ies Trashcore ?? ein paar der rotzfrechsten Zutaten, die Rock immer noch zu bieten hat, die aber eben nicht dazu da sind, um einen gewissen Herrn Bartl um den Most zu schicken. Hier geht es um keine Fokussierung, sondern um eine Zerstreuung ?? um sich etwa wochenlang mit einem selbstgebastelten Synthesizer und einer halbnackten Sängerin, die sich gerade die Fingernägel schlangengrün lackiert, in einer muffigen Villa zu verschanzen. Mit anderen Worten: Hier werden reichlich korrodierte Popparallelwelten heraufbeschworen, laszive Nischen, die durch einen Hauch des Verruchten und gleichzeitiger Verweigerung glänzen. Oder wie es Aaaron Coyes in seiner Antipressemitteilung formuliert: »Our Songs are still incredible loose.« Das trifft es wohl am besten. Wer auch immer mit diesem »loose« eine Verhei&szligung verknüpft, wer auch immer sich in trashpopigen Nischenwelten wohl fühlt, für den wartet hier eine kleine Offenbarung.