Food

»Mercurial Balm«

ECM

Nein, da muss ich ein wenig schimpfen. Da hat es sich das ja ansonsten über fast jeden Zweifel erhabene ECM-Label zu einfach gemacht. Auch ein wenig zu oberlehrerhaft. Hinter dem Bandnamen Food verbergen sich Drummer Thomas Strønen und Saxophonist Iain Ballamy, beide auch als avancierte Elektroniker tätig. Gro&szligartige Musiker ohne Zweifel, und dass man sich Kapazunder wie Christian Fennesz oder Nils Petter Molvaer dazu geholt hat, rechtfertigt sogar das selten gewordene Schlagwort von der Traumbesetzung. Aber sich dann so akademisch und gediegen der Sphäroakustik hinzugeben, diese auch noch mit schwebenden Wellnessjazz zu veredeln, und den Tracks unverschämt offensichtliche Titel wie »Nebular«, »Ascendant«, »Phase« oder »Magnetosphere« zu geben, das ist einfach zu viel des Guten. Man muss nicht so tun, als hätte man diese Art von Musik gerade erfunden, nur weil man sie beispielhaft schön und wohlklingend einspielt. Aber ganz negieren kann man das auch nicht. Fakt ist: ein beispielhaft schöne CD. Fast schon eine »Kind Of Blue« für das 21. Jahrhundert. Nur mit Nickelbrille eben.