TV Buddhas

»Hello To Loneliness/Just Another Day In My Head«

Staatsakt

Leicht hat man’s nicht, als israelische Garagenrockband mit einem Tourplan, der sich
gewaschen hat, und einer Geschichte, die voller Niederlagen glänzt: die erste US Tour der
drei war derart desaströs, dass das dabei entstandene filmische Tagebuch »Band In The
Modern World« eher als therapeutische Traumabewältigung wirkt, denn als eine fröhliche
»The Beginning Of«-Dokumentation. Am zu hohen Anspruch wird’s nicht gelegen haben, das
Ehepaar Mickey Triestan und Juval Haring schnappten sich einfach Bruder Uri als Fahrer,
Stagehand und Bub für alles, und fuhren los. Uri spielt mittlerweile Bass, man hat dann
viel Ramones gehört, und ging mit der selben »Just Do It«-Haltung ans weitere
Musikmachen. Was nie zu lange gedauert hat, meistens war nach einer Stunde im Studio
alles eingespielt. Immerhin ist das bis dato drei LPs umfassende Werk ein klasse
Kompendium von komplett gestenfreier, rauher Rock-Klarheit. Es wird nicht lange
gefackelt, und was brennt, kommt raus: Garagrockpunktrash, der live unschlagbar gro&szligartig
ist. Logisch, dass hier kein Diskurs geführt wird, der allzuviele Gegenstimmen zulässt.
Nun hat man seinen Arsch wieder hochgekriegt, eine EP rasugebracht, und freut sich auf
die Herbsttour. Wieder Europa, ohne Italien (»Die Booker sind einfach zu langsam dort«).
Die aktuelle 7inch ist die erste in einer Reihe von fünf geplanten, für die je ein
anderes Label verantwortlich sein soll. Die guten Geister von »Trost« sind also nicht
abgeschrieben, sondern weiterhin befreundet und beherzt. Was sich am 2.12. im Chelsea
zeigen wird. Hingehen. Ohne Diskussion. Auf dass das nächste Stück Film womöglich »Happy
Band In A Good World« hei&szligt.