Grinderman

»Grinderman 2«

Mute Records

Well, I was lying there with just my brother. We could hear someone rattling the locks.  I was lying there with just my brother.  He said do you think that might be the cops? And we sucked her and we sucked her and we sucked her dry?? I was Mickey Mouse! He was the big bad wolf! Ultra-sexualisiertes Bump and Grind als Rotzchor der Viagra-Knochen. Who’s got the Boner in the House of Blues? Nick Caves Bad Seeds-Parallel-Projekt platzt vor offensiver Virilität, gelebter Männer-Grindigkeit in hemdumspannendem Achselschwei&szlig bis zur Hosennaht und Backenbärten voll Geilheitssaft und Essensresten. Nach einer Dekade der Häuslichkeit und des braven Poetenposierens samt Familie, Eigenheim und 9to5-Beschränkung auf den Schreibtischexzess, geht Cave mit der gleich besetzten Band (Martyn Casey, Jim Sclavunos und der grandiose Warren Ellis an Loops und wechselnden Instrumentarien) in die exhibitionistischen Vollen. War das Debüt noch volle kongeniale Provokation gegen den heutigen Stubenrein-Rock, wächst Album zwei mit jedem Hören zum eigentlichen Weitestwurf, der qualitativ nicht nur an Cave?s wichtigste End-1980er Periode anschlie&szligt, sondern an die düsteren, albernen, superharten Fuzz-Exzesse vergangener Aussie-Grössen wie Kim Salmon und den Scientists, Stooges und Suicide als Klassikaner nicht zu vergessen. Rabatzende Songwunder wie Worm Tamer und der postmoderne Weltblasphemie brüllende Proto-Stones von Halls of Montezuma gehören zum rohesten, besten, was man ein Jahrzehnt nicht mehr zu hören glaubte. Da dürfen die windelpissenden Fremdschämer, die die blanke Furcht packt, wenn sich Cave und Konsorten plötzlich in Gladiatorenkostüme packen und Laserstrahlen aus den Augen schie&szligen, getrost in aller Humorlosigkeit selbst das Klo runterspülen. Me bows in Awe!!! Warren Ellis-Interview im nächsten Heft. Live nicht zu versäumen!!!