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Typischer Fall von Buchstabenverschwendung: + horns wäre als Anfügung ausreichend, denn eine derart an Blasinstrumenten eingeräumte Vordergründigkeit auf einem Tonträger norwegischer Interpreten setzt die Beteiligung der gejagten Jazzer geradezu voraus. Niemand wird vergleichbar oft aufgefordert, Flöte, Saxophon und Trompete für Rock/Popscheiben anzusetzen. Echte Lippenbekenntnisse von Lars Horntveth & Co. also. Jahrelang war Konkurrent der Gelegenheit hinterher gefleucht, Motorpsycho ins Studio zu bannen. Als sich die Möglichkeit Mitte 2002 dann endlich auftat, brachten Bent, Snah und Gebhardt als Draufgabe ihre Tourbegleiter mit zur Aufnahme. Unbeabsichtigt ist es diese Zufallsbekanntschaft, die den als Nummer 10 in der Fishtankreihe erschienenem Tonträger beherrscht. Knüpfen die Psychonauten live ihre Songs öfters zur mehrfachen Albumversionslänge, hielten sie sich auf »It’s A Love Cult« oder »Phanerotyme« an der kurzen Leine. Auf »fish 10« wird wiederum der Ausbreitung gefrönt; fünf Stücke teilen sich die Spielzeit von 46 Minuten, wobei das abschließende »Tristano« beinah die Hälfte (20:53) davon einrafft. Am druckvollsten, weil auch am deutlichsten motorpsychotisch, ist das im Vergleich dazu bescheidene (7:28) »Theme De Yoyo«. Netter Happen für die Wartezeit bis zu neuem, getrennt erarbeitetem Material.

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