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Ich lese und staune, dass diese CD lange erwartet wurde, dass der Kalifornier namens Troy Mighty mit seinem bezauberndem Ensemble wie ein hundertjähriger Baum klingen würde, der in zähflüssiger Trauer den unaufhaltsamen Anstieg des CO2-Gehalts in der Atmosphäre besingen würde. Aber dieses Bild kriege ich beim besten Willen nicht in den Kopf. Ich höre stattdessen, dass das Soundspektrum dieser CD grundsätzlich in unterirdischen Regionen grummelt, dass insbesondere die Bassbegleitung endlos gedehnt und gezerrt wird, und dass die »mighty« Stimme klingt, als wäre sie auf ein eierndes Kassettentape herunterfrisiert worden. Wenn wir hier von einer Schmuserock-Persiflage reden würden, von einer bewussten Demontage schnulziger Songs durch eine Technik der »Verbassung« und »Zerdehnung«, dann würde ich das gar nicht mal schlecht finden. Andererseits ist dieser derart skurril heruntergedrosselte Folkrock auch so ganz schön originell – und wird sicher seine Fans finden.

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