Ekkehard Ehlers

Betrieb

Mille Plateaux

Ehlers, Halbduoteil des Frankfurter Soundprojekts AUTOPOIESIS, zerreißt, versperrt und repetiert Klangfetzen klassischer Minimalisten wie Schönberg und Ives. Es geht um Noir, die Klangdüsternis bei Ayler, das Komplettschwarz bei Cage, der bittere Existentialismus der Crime-schinken und das Blackout nach versoffenen Abenden. So zumindest das Autopoiesis-Konzept, das ihrem digitalen Loop-Diskurs schicksalshafte Schwere zu verleihen sucht. (Nachzulesen unter www.autopoiesis.de) Der Loop selbst versinnbildlicht das geschlossene System, die Maschine als hermetisch einbindendes Instrument, die Fabrik als Klanginspiration, die nicht nach der Krachdämonie des Industrials funktioniert sondern als Endloswiederholung, in die nur der menschliche Eingriff Änderung bringen kann. Während die Mille Plateaux Crew der neuen Electronica wie Gas oder Vladislav Delay heute oft so stur uninspiriert ihre Sinuswellen verlegt wie die Ramones die 2-minus Akkordriffs, findet hier eine extrem reizvolle Idee eine teils, nicht immer gelungene Umsetzung. In der Endlosschleife bekommt Schönberg fast renaissante Opulenz. Das allein…