Crime & The City Solution

»American Twilight«

Mute

Don’t you know what you mean to me? Pathos und Schnaps Deluxe. Jede Underground-Meile jeder Weltstadt hat ihn, den alten Indianer, der immer die härteste, steilste Geschichte aus dem großen Land des Weilands über hat, als sich vor fünf Jahrzehnten Genosse Rock mit Kompagnon Roll den Schädel wechselseitig einschlug, der schon vor den seligen 1980erndas beste selbst gezogene Gras und ab und zu ein paar Pillen verklopfte und immer die besten Goth-Weiber, egal wie nachgeboren, abschleppte. Simon Bonney ist ein solcher alter Indianer, einer jener schwarzromantischen Gitarren-Machos, wie sie der australische Rock-Untergrund einst in weinerlich dauerbrünftigen Riesenscharen ausspie. Gut, Nick Cave kennen heut noch alle, den vor vier Jahren verstorbenen Rowland S. Howard schon weniger. Aus den Trümmern jener beider Post-Punk-Krawallero-Band Birthday Party entstieg einst, 1984, Crime & The City Solution rund um Band-Leader Bonney. Man fand sie kaum vollendeter: Melancholische, von Regenwetter-Riffs beschwerte Männerhymnen, strotzend vor Schweiß und Spermastau. Das Lineup ihrer Berühmtheitsjahre 1988 bis 1991 mit Einstürzende Neubauten-Main-Man Alexander Hacke hat aktuell zur Reinkarnationsparty gerufen: Darin prangen neben den jeweiligen wunderbaren Ehefrauen Bronwyn Adams und Danielle De Picciotto Indie-Götter wie Dave Eugene Edwards (16 Horsepower), Jim White (Dirty Three) oder Troy Gregory (Swans). Und inmitten des Handgemachten-Revivals aus Saitenrollen, Testosteron-Grollen und Rock-Kantaten, inmitten der Gülle-Unweiten aus verhalten nerdigen Headbang-Retrospektiven aus Neo-Blues, Freak Folk und Soft Country, gewinnen diese göttlichen Neo-Konservativen den Royal Flash, den Bibel-Status, die elysischen Weihen. Da haben sie jene umwerfende Mixtur aus Brusthaar, erhobenen Feuerzeugen und Zungenküssen in Bierlachen für alle Nachwelt-Ewigkeit gerettet. Danke. Prost.