Woody Black 4

»Woody Black 4«

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Alles ist subjektiv, sagt der Herr. Oder vielleicht auch nur ein Philosoph, der sich die Sache einfach machen will. Egal. Ich habe jedenfalls eine Schwäche für die Bassklarinette bzw. überhaupt für alle tiefstapelnden Blasinstrumente – und Woody Black 4 ist ein ofenfrisches Bassklarinettenquartett mit stark jazzigem, aber auch zeitgenössischem Einschlag (und sogar einem Hauch von Volksmusik, der an ein, zwei Stellen neckisch aufblitzt). Damit ist mein Urteilsvermögen natürlich auf Anhieb leicht getrübt, zumal es sich um vier sehr sympathische Herren handelt, die stolz davon berichten, dass man sich vor allem Eigenkompositionen gegenwärtigen Zuschnitts widme. Das ist löblich, ohne Frage, dennoch ist die Liebe zum Jazz zumeist tonangebend. Gerade bei den Stücken von Leonard Skorupa klingt die rollende Schwermütigkeit eines Charles Mingus durch, aber daran ist ja nichts verkehrt, zumal sich die Jazzaffinität wirklich ständig auflockert, es mal richtig schön eruptiv aus dem warmen Klarinettenklang herausbricht und -funkelt, dann wieder zieht man sich zurück in leicht minimalistische Vergnügungen. Reine Bläserquartette gab es im Jazz ja immer wieder, das vermutlich bekannteste, profundeste ist das World Saxophone Quartett. In diese Weltklasseregion stoßen die Herren Oscar Antoli, Daniel Moser, Stehan Dickbauer und Leonhard Skorupa natürlich nicht gleich ganz vor, aber für ein Debüt ist »Woody Black 4« eine absolute Punktlandung. Hier knistert alles vor Spielfreude und Originalität, hier fühlt man sich sofort in allerbesten Händen bzw. Mündern. Ganz schön großartig