Foyer des Arts

Von Bullerbü nach Babylon

WEA Records

Piefkelandien ’82, irgendwo im Nirgendwo zwischen Neubauten und Kaltklarwasser, vor plärrenden Brieftauben und pöbelnden Bommerlundern. Art-Dandyismus. Prätension Deluxxxe. Kalte Herzen in heißen Neonnächten. Als Gutseite der hypebedingten Retourwellen hat die NDW-Hysterie mal wirklich den verlaust verlorensten, schönsten aller ewig verschwundenen Schätze (und da plärrt er: Gollum! Gollum! Gollum!) an die Oberfläche gespült. Nena-frei und Mia-fern plinkte, zimmergeigte und bemüsierte sich das Schwulstduettchen Max Goldt und Gerd Pasemann durch gut getunete Satireminiaturen aus dem Brachlandmoloch BRD, Marke Post-Bleizeit. Da lebte man wieder und zwar gern. Kein Terror, kein Defizit, kein Staatsbetrug. Dafür Shoppingmalls und Weltanschluss, eine kernig deutsche Hartmark inmitten von Trümmern, die sich bloß die Subkultur subkutan hinter dem Weißwurstyuppietum erträumte. Bevor er als Spaßliterat im Feuilleton bisweilen heute den Biedermann auslaufen ließ, war der Goldtjunge hier noch ein junger Beserker. Eine Prachtpieta an Suderschlagern und Synthschrullen, ihr damaliges Debüt, das nach Labeldifferenzen schnell vom Markt verschwunden wurde: »Komm in den Garten«, »Eine Königin mit Rädern unten dran«, »Trends«, »Wissenwertes über Erlangen« und natürlikk »Hubschraubereinsatz«, der ewige Wave-Meilenstein des Bierweitwerfens und Gemeinschaftrödelns wider die Staatsautorität. Essentielle Ergänzungslektüre: Die jüngst rereleasten Sologänge »Inland« wie »Ausland« des Der-Plan-Manns und FDA-Haupteinfließers Frank Fenstermacher. (Ata Tak/Ixthuluh) Besser ging’s nicht. DAS sind Helden.