Beachwood Sparks

»The Tarnished Gold«

Sub Pop

Neulich lacht mir aus dem Stapel an neuen Platten doch tatsächlich »The Last Waltz«, die Abschieds-LP von The Band entgegen. Anfangs dachte ich noch an einen Re-Release zu Ehren des im April verstorbenen Gründungsmitglieds Levon Helm. Erst beim zweiten Hinsehen gibt sich das Album als die neue Veröffentlichung von Beachwood Sparks zu erkennen. Die frappierende optische Ähnlichkeit ist mit Sicherheit beabsichtigt. Freilich, der Release von »The Tarnished Gold« hängt nicht mit dem Tod Helms zusammen, aber der Zufall ist zumindest auffällig. Mag das Leben auch vergänglich sein, so wird gro&szliges Schaffen doch tradiert. Und in diesem Fall sogar au&szligerordentlich gut. Beachwood Sparks gibt es mittlerweile schon über zehn Jahre, die letzte Albumveröffentlichung liegt allerdings in etwa genauso lang zurück. Als die neuen Byrds gefeiert, schlugen sie mit ihrem lieblichen Westcoast-Folkpop Anfang der 00er Jahre in eine bis dahin vergessen geglaubte Kerbe. Heute ist die Band damit zwar nur mehr eine unter gleichen, doch manche Tiere sind eben gleicher als andere. Wen es nicht stört, dass Beachwood Sparks offenbar von Ülkrise, Ronald Reagan und Mobiltelefonie nichts mitbekommen haben, der kann mit ihnen durch die Wüsten Nevadas reiten, unterwegs »Water From the Well« holen und einfach mal nur »Nature’s Light« genie&szligen, Gram Parsons und Roger McGuinn im Geiste immer dabei. Manchmal schwelgt die mittlerweile zum Sextett angewachsene Gruppe dabei etwas zu sehr im traditionalistisch-dümmlichen Alt.Country-Schmalz, etwa bei »The Orange Grass Special«, »Talk About Lonesome«, oder »Sparks Fly Again«, inklusive verschwurbeltem Gitarrensolo aus dem Fundus der »Flower People«-Phase von Spinal Tap. Doch mit famosen Tracks wie »Forget The Song« und »Leave That Light On«, das Country mit Slowcore verheiratet, erspielen sich Beachwood Sparks insgesamt souverän die Legitimation zum Coverdiebstahl.