Psapp

»The Only Thing I Ever Wanted«

Domino

Beim ersten Durchgang enttäuscht dieses Album, das zweite von Psapp übrigens, zunächst mal durch ziemliche Unoriginalität, ein paar Chancen sollte man ihm dennoch geben. Mindestens. Was man hier vorgesetzt bekommt, ist eine verhaltene Mischung aus Twee-Pop, Folk und einigen wenigen digitalen Spinnereien, die sich gottlob nicht um affektierten Schrägheitscharakter bemühen. Die Stücke springen niemandem ins Gesicht, vielmehr driften sie träge durchs Zimmer und duften nach Kaffee, Kuchen, Kaminfeuer und karierten Pantoffeln. Wundersamer Biedersinn, der, fern von Easy Listening, die finstersten Stuben erleuchtet. Psapp sind Menschen aus London, genauer gesagt, Carim Clasmann und Galia Durant, deren häufig leicht sphärischer, nie aber ins Esoterische kippender Gesang das Album trägt. Die Instrumentierung ist meist spärlich, Besen bearbeiten das Schlagzeug, im Hintergrund plätschert das Piano. Dieses Album, das erst nach mehrmaligem Hören seine gänzlich unaufgeregte Wirkung entfaltet, vermittelt in seinen besten Momenten eine Ahnung davon, wie es denn wohl klingen könnte, wenn sich Broadcast und die Young Marble Giants zum Tee träfen.