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Intim und atmosphärisch geht es bei Paper Birds neuem Album »Thaumatrope« zur Sache. Isolation dürfte im Schaffensprozeß eine gewichtige Rolle gespielt haben, so zeichnet sich die hinter dem Synonym steckende Künstlerlin Anna Kohlweis neben den Kompositionen, Texten, Aufnahmen und der Instrumentierung auch für das Artwork verantwortlich. Geräuschkulissen, viele davon in Field Recordings entstanden, spielen auf dem Album eine wichtige Rolle, interessante Stimmschichtungen, Klatschen, Flüstern: »Thaumatrope« ist ein Elf Song-Labyrinth in dem uns Paper Bird durchs Verborgene und das Offensichtliche, durch das Heimliche und das Unheimliche, das »uncanny« führt. Ein wenig verschwörerisch, mysteriös im Unterton, erzählt Paper Bird intim und gleichzeitig ein wenig distanziert von den »holes and the gaps«, den Teufeln und den Geistern. Ein dunkler Zirkus, ein surrealer Irrgarten, schön und ein wenig gespenstisch, instrumental auf das Nötigste reduziert und eben mit Geräuschen als Stilmittel angereichert. »At least I try to nourish the ghosts«, summiert Paper Bird in »War Strategies«. Mit »Thaumatrope« hat Paper Bird ein Album mit einer ganz eigenen, eigenartigen, surrealen Stimmung geschaffen, ein Album das voll der Aufmerksamkeit bedarf und mehrere Hörgänge verdient.

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Text
Markus Brandstetter

Veröffentlichung
30.05.2010

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