Rick James

Street Songs (Deluxe Edition)

Motown

Als Rick James so Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger mit unerhörten Kaltschnäuzigkeiten wie »Mary Jane«, »Bustin? Out« und »Love Gun« zu einem der ersten Funkster wurde, dem beinahe mühelos ein Crossover hin auch zum weißen Publikum gelang, war er blöderweise auch schon in der Zwickmühle. Denn was damals eine nasty Post-Funkadelic/Parliament-Ära einleiten sollte (also Sex statt Space), wurde nicht nur von Rick James selber wieder den Gully hinuntergespült (»I didn?t care who I got high with, whether it was hoes or gangsters or pimps.«, so James 1995, bei einem im Folsom Prison geführten Interview). Er hatte dadurch auch noch die undankbare Aufgabe die Zeit zwischen dem vorläufigen Abebben der Mothership Connection und dem Erscheinen von Prince auf der Bildfläche (der spätestens 1981, also mit dem Erscheinen von »Controversity«, ähnliche Zielgruppen wie Rick James vereinen und bedienen konnte) zu füllen. Wobei »Street Songs« (erschienen im April 1981) dem im selben Jahr erschienenen Prince-Album kaum nachsteht. Außerdem spricht für Rick James, dass er damit auch eines jener Alben vorlegte, an dem sich – im Gegensatz zu Prince etwa – immer wieder HipHop orientierte (und damit ist nicht das Sampeln des »Super Freak«-Licks für M.C. Hammers »You Can?t Touch This« gemeint). Tracks wie »Below The Funk (Pass The J)«, »Ghetto Life« oder »Mr. Policeman« nahmen nicht nur Black Consciousness-Fäden von Marvin Gaye, Curtis Mayfield und Stevie Wonder wieder auf, sondern transportierten diese auch gleichsam in die beginnende Ära Reagan. Inklusive jeder Menge Gangsta-Shit, schwarzem Sex-Shop-Leder und knallroten Stiefeln. Funk-technisch tauschte James dabei eigentlich nur den Space-Wahnsinn eines Bootsy Collins gegen riesige Straßenkreuzer aus und legte tempomäßig ein paar Zähne zu. Funky as Fuck waren seine Tracks aber immer. Gut also, dass es jetzt auch noch die 12″-Versionen von Hits wie »Super Freak« und »Give It To Me Baby« gibt, sowie als Bonus-CD einen ekstatischen Live-Mitschnitt vom Juli 1981 mit vielen Jams (»Mary Jane« ist eine einzige, zehnminütige Party) und jeder Menge Verneigungen vor George Clinton & Co sowie dem kurz zuvor an Krebs gestorbenen Bob Marley. Pflichtanschaffung!