B.I.L.L.

»Spielwiese 2«

Klangbad

Aus den Initialen von vier Musikern, die erstmals 2010 beim Klangbad Festival gemeinsam auftraten, setzt sich der Bandname zusammen. Der als Sideman von Jah Wobble, David Sylvian, Jeff Beck oder Bill Laswell bekannte Clive Bell (Flöten, Mundorgeln, Ney, Shakuhachi), Hausherr Hans Joachim Irmler (org, keys), Masterdrummer Jaki Liebezeit und To Rococo Rots Ronald Lippok (g, el) erschlie&szligen sich im Kollektiv ihr ureigenes Universum, in dem Spannung und Abwechslung regieren. Bereits im Opener »Glassbamboo« wabern tolle Texturen, die einen Hauch von Weltmusik einschleusen, aber eben nur eine Brise. Dann folgen in »Miles 2001« wiederum glasorgelähnliche Soundschlieren und gleich nach dem nautisches Unterwasserfeeling durchmessenden »Under Water« erdet ein geschichtsmächtiges E-Gitarrenriff mit Krummhorn den Klang. »World War« walzt alles nieder und mit behender Leichtigkeit gerät »Das Boot« in Schwebe und auch das donnernd Sequenzer-gestählte »The Thrower« ist wieder um eine Variante anders gestrickt, einmal mehr forsch angetrieben vom präzisen Masterdrumming Liebezeits und vom Rest lässig ornamentiert. Zum Schluss dann ein versöhnliches »Lovely Ending«. Bell/Irmler/Liebezeit/Lippok schöpfen aus dem Jungbrunnen ihrer nicht versiegenden Lust am Experiment. Darin erfährt Can keineswegs eine Wiederauferstehung, sondern Krautrock eine magische tance-like Renaissance.