Von Spar

»s/t«

Tomlab/Indigo

Ein waberndes Konglomerat aus Männerstimmen ertönt in einem verhallten Raum. Immer weiter und immer fülliger streckt sich der Klang in alle Richtungen aus, nach einer gefühlten halben Ewigkeit ertönt schließlich der erste Trommelschlag, dann ein zweiter, bis sich Trommelwirbel an Trommelwirbel reiht, umrankt von gepressten Schreien. Verträumte Gitarrenmelodien legen sich in weiten Bewegungen über die so verdichteten Soundtexturen – Entspannung. Dann, ein zweiter Anlauf: Ein Gerüst aus Sechzehntelfiguren, verhakt mit scheinbar zufälligen Melodiepartikeln fluidiert zu treibenden Gitarrenriffs von unglaublicher Schlagkraft. Schließlich feuert ein wild gewordener Gesang die über zwanzig Minuten aufgebaute Spannung mit voller Wucht auf den Hörer zurück. Endlich fallen all diese Rhythmus-Partikel in sich zusammen um nun von den hohlen Stimmwänden des Männerchors komplett aufgesogen zu werden. Auch der erstarrte Hörer wird von ihnen mitgerissen, durch die vielen Windungen dieses monumentalen Albums geschleudert und schließlich ganz aufgesogen – ein Album wie ein gefräßiges Monster.