River

»s/t«

Cut Surface

River machen Musik, die agil und hypnotisch ist wie Wasser. Mit ihrem jüngst auf Cut Surface veröffentlichten, gleichnamigen Debütalbum »River« tritt die vierköpfige Band aus Bayern ans Licht. Entstanden ist ein Tonträger, der krautig anmutet, beizeiten etwas samtenen No Wave spürbar macht oder tiefer in die Jazzlands dringt: Jede Nummer ein bereicherndes Puzzlestück und jedes Puzzlestück ein eigenes Farbrauschen. Das einfache Durch-die-Gegend-Starren verliert sich in den wirbelnden »Watercurls«, dieser Auftakt mit rufenden Drums holt ein und nimmt mit. Und mit dem treibenden Beat beginnt ein leiser Sog von facettierten Wiederholungen, wobei der Gebrauch von Wörtern an sich auf »River« nur reduziert eingesetzt wird. Oft braucht es nur ein Zauberwort. »Bam Bam« ist unmittelbar Programm und damit bricht sich der Fluss seine No-Future-Bahn, bleibt aber nicht im Dystopiewahn hängen, sondern rüttelt und schaukelt einen durch die Wogen. Dieses Liedgut findet sich auch wohl ausgesucht auf der dritten, justament gegossenen Cut-Surface-Compilation »C«. Für den »Teppich« gibt es ein Glashaus-Bandvideo, anheimelnd wehende Plastikfolien inklusive. Im musikalischen Kraut-Setting zieht Rosalie Eberles Stimme sonor-sirenenhaft ihre Runden und quietscht gerne mal gegen die Strömung an. Hedwig Eberle, Pico Be und Salewski, alle vier Genannten dampfen in Bewegung, Chaos und Neuordnung der Dinge. Die »Flossfahrt« legt noch einmal jazzig-trippige Stimmungsfarben für ein inneres Reden nach, »I feel alright«? Einlullend, aber irgendwo ist eine Störung. Aus dem leicht bassgetragenen Intermezzo dümpelt dann das wuselige »Huna, Huna«, ein poppiger Stunner, der durchaus zum partizipativen Wiederholen verleitet. Wenn man »Watercurls« als Intro lesen möchte, dann ist »Die Essenz« das Outro, eine hastig swayende Antwort – uplifting, mit geweiteten Augen. Cut Surface zeigt wieder den feinen Riecher, darum anhören, »Get it on, get it on!«