Oneohtrix Point Never

»R Plus Seven«

Warp

Chillwave. Hypnagogic Pop. Hippietronica. Egal, welchen Hipster-Namen man dranklebt, Synthesizer und Laptop mutieren und mäandern zunehmend in progressive Sound-Zwirbel, wie man sie seit den Mid-70’s nicht mehr gehört hat, exakt before Punk Rock broke. Die Zwangserweiterung des Rock zum Gesamtkunst-Erlebnis, auf post-musikhistorisches E übersetzt. Das Label Warp kauft dazu den globalen Löwenanteil auf, von nahezu unbekannten Perlen wie Nice Nice und Pivot zu den neuen, auch Dubstep-zugewandten Klampfen-Songwritern Bibio und Kwes. Dass der Brooklynite Neo-Slacker-Gott Daniel Lopatin alias OPN mit im Supermarktwagen landet, war abzusehen. Dass er mit seiner bereits neunten Platte in nur sieben Jahren (die Ford & Lopatin-Platten nicht mitgerechnet) sein sperrigstes, bizarrstes und großartigstes Werk abliefert, weniger. Es wuchtet gleich mit einer Verschmelzung von Brian Eno und John Carpenter los, um in einer Art Detroit-remixtem (Juan Atkins comes to mind) Wendy Carlos-Meeting mit Bach via Philipp Glass auszuufern. Später geben Tears For Fears Yoga-Stunden, und es dröhnt wie ein Eric Serra-Soundtrack für Luc Besson im Sakamoto-Watteflausch. Da will keiner Tracks oder Songs schreiben, sondern ganze Symphonien kredenzen. Und das kommt nervtötend wichtigtuerisch bis unverständlich, wie es die ersten Platten von Autechre damals auch taten. Und die kamen, auch um zu bleiben.