Huntsville

»Pond«

Hubro Music

Ein typisch untypischer Fall von: »Ja, was ist denn das!?« Das seit 2006 existierende norwegische Trio besteht aus Ivar Grydeland (electric guitar & electronics), Ingar Zach (percussion & more) sowie Tonny Kluften (bass) und ist von seiner ursprünglichen Bestimmung her eher ein Trio für improvisierte Musik. Aber um Genrezugehörigkeiten oder -notwendigkeiten kümmert man sich hier herzlich wenig. So beginnt der erste, viertelstündige Track »(ER)« mit einem handgeschnitzten Minimal-Techno-Intro, in den dann Grydelands Steel-Gitarre mit hawaiianischem Flair hineinschrammt, dass es eine eher ironische als experimentelle Freude ist. Dann wandert der Bass in Richtung Dub, der handgeschnitzte Techno kehrt dümpelnd zurück und löst sich in ein sphärisches Pfeifen auf. Auf Track 2 lässt sich die Gitarre minutenlang Zeit für einen helikopterähnlichen Reibeanflug, dann streuen die Percussions zickig Glassplitter in den Weg, während der Bass hübsch dagegen groovt. Ist das Impro? Wohl nur als Teil einer musikalischen Ideenfindung. Im Studio wurde die Sache Johnny Skalleberg und Helge Sten (Deathprod) mit Blick auf das große Ganze entsprechend zusammengesetzt, leider nicht immer so überraschend wie auf Track 1. Dennoch: wenn auf den Linernotes die Namen Steve Reich und die frühen Tortoise fallen, ist das durchaus zutreffend. Eine Kollaboration mit Thurston Moore darf man auch ruhig erwähnen, um die Aufmerksamkeitsschleusen zu öffnen. Schrill, sperrig, einzigartig. Hineinhören