Avenue A

Never The Less

R&S

Positiv versifft. Der Mod-Mob, den man hinter Big Beat schon massiv vermutete, outet sich fett as phuck, nur trägt er Tuxedo statt Parker, fährt Aston Martin statt Rostmofa. Mit Wall of Sound-Act Ceasefire workte AA?s Kopf Mark Pember inkl. Kollegen Jason O?Brien und Derek Dahlarge bereits knackenden Oldie-Rock in frischeres Trackgewand. Die Bush-Remixe zeugten auch nicht von skrupelhafter Distanz zum Gitarrenschwingertum. Wunder, daß Avenues Debut Recording (nach dem DJ-Ding »Presents Something Else«) so dermassen ausgereift und sicher durch das Musikerbe von Lounge Listening, Sixties Beat Pop, Barjazz, Chanson Crooning und Restroom Funk stolziert. Das Metronom steht auf Sofakuscheln oder schwitziges Swingertum in Chord und Mini. Digitale Eingriffe halten sich jenseits der Wahrnehmungsschwelle. Block Rockin Beats sind verpönt zugunsten retroider Entspanntheit. Samples stammen etwa von dem sonst von Freundeskreis verhunzten Charles Stepney oder Tito Puente. Imposante Gastvocals: Imogen Andrews als jazzy verrauchtes New Bar Kitten (siehe Sade, Carmel), Holly Golightly als Chrissie Hynde/Marianne Faithfull Thekenschlampe in Moll, Lambchop-Mastermind Kurt Wagner als Prince mit verkniffenen Eiern. Sexy Kostbarkeit, die Konträrkonzepte wie John Spencer, Barry Adamson, Fatboy Slim, Downbeat, 2Step, EZ Listening und Yuppie Beschallung auf einen angeilenden Nenner eint.
Mit Olive bitte!