Wolfgang Ambros

Namenlos

BMG Ariola

32 Jahre nach dem Hofa und nach 21 Alben schiebt der alte Arsch Ambros wie selbstverständlich eine gute Platte rüber! Wie Neil Young hat er sich in den letzten Jahren auch mal einen Durchhänger erlaubt – dagegen ist nichts einzuwenden, Ambros ist 51 und älter geworden: »I bin scho oid wurd’n/ Oba es geht mir wunderboa/ Besser als je zuvor/ I verlier hoit a paar Hoa – oba des war jo kloa«, heißt es im Eröffnungsstück »Oid wurd’n«. Am Songwriting gibt es wenig zu kritisieren, Ambros schließt an die großen Alben der 80er Jahre (»Weiß wie Schnee«) an.
Neben den Banalitäten, die sein müssen, singt er davon, »seine Mitte zu finden« und vom »Loslassen« und vom »im-Mittelpunkt-der-Welt-sein« und so. Milde, einsichtige Zeilen für den Wolferl, bei dem – über den Umweg Rock’n’Roll – das Wachsen solcher Erkenntnisse vielleicht nur ein bisserl mehr Zeit gebraucht hat. Musikalisch steht Ambros dank der Produzenten von Beat 4 Feet stark da wie schon lange nicht; nur das Cover von June Carters »Ring Of Fire« hätte man Willi Resetarits überlassen sollen. Dennoch: Nach den Nebenwerken der vergangenen Jahre endlich wieder ein Hauptwerk.

>> http://www.wolfgangambros.at