Erykah Badu

Mama's Gun

Motown

Texans do me! Sogar für Leute, für die alles auch nur aus der Randgruppe des R?n?B, Contemporary, Urban, whatever, Notflucht, Satansleid und Tod im Meer des schmooven Schlabberns meint, ja, für die gibt es Kompromißrettung. Miß Turban from Dallas gilt nicht umsonst als die neue Live-Queen schwarzer Musik und ihre letztjährige Interpretation des Jill Scott-Gassenhauers »You got me« mit den Intellegentsia-Hoppern Roots muss die Jahrescharts jeder guten Welt anführen. Billie Holliday steht hyperfett im globalen Lifestyle-Print. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Vielmehr ist alles in Sachen weiblichen Post-Soul zur Jodel- und Silikonparade verklumpt, ein in sich rotierender Kreis aus den immergleichen Gesangsstandards, Klischeearrangements, Party, Ficken und Leiden. Erykah aber hat von Lauryn Hill gelernt wie wichtig »consciousness« in Auftritt und Argumentation ist, kongenial vereint mit dem eigenwilligsten Killer Kitten Crooning seit Motowns Königszeiten, das sich zielsicher durch Reggae und Philly-Flavas, schwüle Jazz Chansonnerie wie Gebrauchs-R?n?B schlängelt. Ob Billie oder Grace Jones nach dem Kreidefressen, Schmeichelhit »Didn?t Cha Know« und das Badu-gefälligste LowKey-Jazz Arrangement (Beserl, Standbass, Schimmerlicht) von »Green Eyes« ist garantiertes Rückenschaudern. Songwriting braucht noch zu lernende Übergröße anstatt Eckpfeiler abzugrasen. Sonst: Pure Liebe. (Oder beste Geschlechtversteckplatte seit »Smooth Operator« für Profanere unter uns).