Paul Carrack

It Ain't Over...

Carrack-UK/Zomba

Paul Carrack ist beileibe kein unbeschriebenes Blatt in der Pop- und Rockszene. In den Sechziger-Jahren brachten ihn Tingeltouren mit seiner Band bis nach Deutschland, in der Siebzigern schnupperte er mit den Gruppen Ace und Squeeze internationale Chartluft und als Mitglied von Mike And The Mechanics trug er als Vokalist, Keyboarder und Writer entscheidend zum Sound des Genesis-Seitenprojekts bei. Die Liste derer, mit denen er als Studiomusiker arbeitete, liest sich wie ein Who-is-Who der Starszene der letzten 30 Jahre: Elton John, Eric Clapton, B.B.King, Simply Red, Mark Knopfler… Aber irgendwann kam der Punkt, an dem Carrack endlich sein eigenes Ding machen wollte, ohne sich von Produzenten und Studiobossen was dreinreden zu lassen. Da der Mann aus Sheffield mit der Betreuung durch Major-Labels nicht zufrieden war, spielte er seine Alben im eigenen Studio ein und gründete auch gleich seine eigene Plattenfirma.
Mit »It Ain’t Over…« hat Carrack ein betont unmodisches Album aufgenommen, abgefärbt auf seinen Sound haben wohl alle mit denen er je gearbeitet hat. »Nothin‘ To Lose« streift Simply-Red-Soul, der Titeltrack lässt an Robert Palmer denken, »Where did I Go Wrong?« benutzt Steely-Dan-artige Strukturen aus Ace-Zeiten und »Ain’t no Love« ist eine roughe Sixties-Britpop-Nummer. Kein musikalischer Meilenstein, aber einem alten Haudegen mit Spaß an der Freud‘ beim Musizieren zuzuhören hat manchmal auch etwas.