Silver Mt. Zion

He has left us alone...

Constellation

Epic Ambient steht irgendwo am Beitext. Das Constellation-Label aus Montreal bleibt hart am Kurs Epoche machende Werke der nouveau-Soundtrack-Generation für den Post-Rock-Zirkel auszuwuchten. Obwohl das Grundkapital, die theatralische Ensembletristessa von Godspeed you black Emperor! als Lizenz zu Kranky und angeblich demnächst auch Warp wandert, das Cover naturbelassene Edelkartonage a la Rachel?s zeigt, Garanten also für den kleinen Kritikerruhm und Geschmackssicherheit, wühlten bisherige Releases wie die öden Exhaust oder Fly Pan Am eher Brackwasser auf als elegante Wellen zu schlagen. Hier aber endet jene Geschichte. Mt. Zion ist Godspeed-Abspaltprodukt um Gitarristen Efrim, hier an Piano und Samples, plus deren Bassisten Thierry und Violinistin Sophie. Anders als die Klobigkeit, das rauh offene Rauschen und Anecken der Sounds in der Hauptband, der Drang zum kleinlauten Jammen, bestimmt hier kammermusikalischer Feinsinn das Geschehen. Erwartbar Nyman-esker Neobarock wird ins postmoderne Kunsthochschulnirvana überschritten, das Beethoven und Händel gleichermaßen wie Cale, Gould und Young zu schätzen weiß. Ein paar Sprengsel Avantgrooves à la Ex und eine Gesangseinlage, die Will Oldham winselnd ins Eck verweist, runden diese vollendete Perle des neuen Klassizismus ab.