K. Bruckmann/Diaz-Infante/Shiurba/Stackpole

Grand Mal

barely auditable records

Oboe, akustische und elektrische Gitarre plus Percussion, Chicago-Sound, wenn auch in Oakland aufgenommen, improvisiert und frisch serviert. Ich wiederhole mich, aber was kann man über diese Musik sagen, das nicht schon gesagt, gespielt, veröffentlicht oder gehört worden ist? Greife ich wieder mal zu einer Parachute-Veröffentlichung oder einem Improvisationsalbum aus den späten 70ern oder frühen 80ern, höre ich so etwas wie Work in progress, eine Wut oder einen Weg, Experimente und extreme Techniken, Essays und Manifeste, wohingegen ich hier nur ein ganz normales Improv-Album gehört habe. Zugegebenermaßen ein recht gutes, da alle Mitwirkenden ihr Handwerk verstehen, aber so gut wie nie entdeckt man eine eigenständige Stimme, eine andere Sicht der Dinge oder neue Aspekte und Regeln für dieses besondere Spiel. Vermutlich ist es auch paradox darauf hinzuweisen, dass hier nichts schief geht. Irgendwie ist alles so langweilig wie das perfekte DJ-Set, Speed Metal, Gangsta-Rap oder schräger Mainstream. Ich befürchte auch, dass solche Aufnahmen nur die Interessierten interessieren. Wie sagte schon Godard auf dem Filmfestival Cannes zum Publikum? »The professionals of the profession.«