Julien Dyne

»Glimpse«

Barely Breaking Even

Der Pressetext klingt wie die Bedienungsanleitung für das Anschrauben einer Satellitenantenne auf das Reihenhausdach. Julien Dyne, multiinstrumentaler Drummer macht dieses und jenes, spielt dort und da, sein Solodebut wurde von diesem und jenem gelobt, war auf Platz Soundso in diesem oder jenem Ranking. Und bitte nach Gebrauch die Plastikhülle wieder verschlie&szligen. Mit einem Wort: Man fühlt sich in kompetenten Händen und dementsprechend auch multimedial bestens bedient (Stream und Links und Schnick und Schnack). Wir sind hier also, trotz kleinem Label, bei Profis. Dementsprechend gibt sich »Glimpse« keinerlei Blö&szlige, ist ein fein produzierter, abwechslungsreicher, ein wenig verspielter, zugleich auch ein wenig belangloser Longplayer aus dem Sektor Electronic Soul (früher hätte man das wohl eher als Triphop bezeichnet). Tatsächlich befinden sich nur wenige Tracks mit Gesang (feat. Ladi 6, Parks oder Mara Tk) auf dieser elektrofrohen Spielwiese, die aber dann praktisch aus dem Stand Hitparadentauglichkeit herstellen. Zwar nicht unbedingt in dieser Version, aber in einer der erwartungsgemä&szligen Remixversionen (die dann auch die Tanzbarkeit mancher Tracks noch optimieren). Hm. Ein Nischenprodukt eher, eine charmante Fingerübung. Und es ist sicher keine Herabwürdigung zu behaupten, dass ein gewisser Herr Howie B vor etwa zehn Jahren auch so eine Musik gemacht hat.