Swod

Gehen

City Centre Offices

Das Rezept ist so einfach wie wirkungsvoll: man unterlege impressionistische Piano-Kaskaden mit hochfrequentem Knistern, digitalen Glitches und atmosphärischem Rauschen, des weiteren erde man das Ergebnis – wo notwendig – mit einem unspektakulärem Bassfundament und subtilen Perkussionspatterns. »Filmmusik« meint der Pressetext und hat damit keinesfalls Unrecht, auch weil die etwas lebhafteren Passagen an Pariser Lebensgefühl im allgemeinen und Yann Tiersen im speziellen gemahnen.
Fest steht: Technisch bewegt sich »Gehen« auf hohem Niveau, die Aufnahme glänzt durch Dynamik und Präsenz und lässt elektronische und analoge Instrumente gleichberechtigt nebeneinander stehen. Da stört es dann auch nicht weiter, dass über knapp 40 Minuten Spieldauer mehr oder weniger lediglich sehr subtile Variationen einer Idee betrieben werden. Denn, ganz ehrlich: diese funktioniert eben ausgesprochen gut.
Ach ja, die Menschen hinter der Musik sind offenbar auch keine unbekannten, zumindest nicht in Berlin, genauer im Umfeld von City Centre Offices – wem die Namen Oliver Doerell und Stephan Wohrmann allerdings nichts sagen, weiß in diesem Punkt zumindest nicht weniger als der Schreiber dieser Zeilen.