Thanos Chrysakis

»Garnet Skein«

Aural Terrains

Der gebürtige Grieche Thanos Chrysakis ist ein recht umtriebiger Komponist und Elektroakustiker (Laptop, Synthesizer, Radio, Gongs) mit Hang zu schroffen Sounds und doch eher kopflastigen (und kompromisslosen) Kompositionen. Mit dem gebürtigen Franzosen Wade Matthews, ebenfalls ein Elektroakustiker (Digital Synthesis & Field Recordings) hat er schon einmal kollaboriert und dabei seine vielleicht zugänglichste CD (»Numen«) geschaffen. Für die neueste Zusammenarbeit haben die beiden Herren den gebürtigen Spanier Javier Pedreira (Gitarre) mit an Bord geholt. Verglichen mit der Duo-Arbeit auf »Numen« fügt sich Pedreira fast nahtlos in diese Kollaboration ein, macht das artifizielle Miteinander aber doch um eine spürbare Nuance fetter und griffiger. Trotzdem bleibt »Garnet Skein« eine sperrige Angelegenheit für Gelegenheitshörer. Dass die drei Herren ein sehr engmaschiges Klangnetz aufspannen und sich dabei nicht mit einem billigen Effektgewitter abgeben, sondern stets um hörenswerte Verdichtungen bemüht sind, tröstet vermutlich eher die Hörexpertin als den Hörlaien. Aber Chrysakis liebt nun mal die klirrende Kälte digitaler Soundwelten. Auf Track 3 etwa (es gibt keine Titelnamen) vermengen sich vereinzelte statische Referenztöne mit knisternden Fragmenten aus dem Radioäther, dazwischen wirft der Synthesizer massive Soundblöcke in dieses frostige Klangmeer, fast wie zersplitternde Eisschollen. Das hat eine bizarre, widerborstige Schönheit, keine Frage, ist aber eben nichts für akustische Warmduscher.