Elliott Smith

»From A Basement On The Hill«

Domino

Wenn-Zustände sind die grausigsten überhaupt. Und eine posthume Platte ist stets ein kritisch beäugtes Abschiedsgeschenk der Hinterbliebenen. Ein Abschiedsgeschenk bei dem eine inhaltliche Diskussion über die dargebotene Musik aus Respektgründen nicht mehr zulässig ist.

Was will ich schließlich kritisieren an einem Werk, das für mich betrübterweise den endgültigen Punkt zeichnen lässt im Kapitel »Elliott Smith«? Ich kann höchstens resümieren. Wenn Elliott Smith noch leben würde, würde hier auf jeden Fall stehen »Bitte mehr«. Mehr zerbrechlicher Gesang, noch mehr zartbittere Wechsel von Höhen und Tiefen. Zupfe die Saiten, sing über »getting lost« und lass die Klavier-Tasten nicht los. Doch das Gittarren-Echo verhallt beim Fade-Out. Es kommt nichts mehr, es wird nichts mehr.

»From A Basement On The Hill« präsentiert das Material, das Smith unverzüglich nach »Figure 8« und unterwegs auf Tour sammelte, mit dem er herumexperimentierte, an dem er Feinschliffe vornahm, um sich später im Heimstudio zu verkriechen und – von diesen Songs nicht mehr losgelassen zu werden.

Produzent Rob Schnapf, (siehe Liner Notes zu Either/Or, XO, und Figure 8), hat sich an das intime Material mit dem größten Respekt vor seinem Freund und dem Künstler Smith herangetastet und versucht so wenig wie möglich am Ausgangsmaterial – das Smith quasi fast schon in der Endphase hinterlassen – zu verändern. Er knüpft an und hebt hervor.

»From A Basement On The Hill« klingt bei aller Detailverliebtheit weder nach Hoffnung sondern nach Abschied, es findet sich im Regal in der Abteilung »I\’m stuck here waiting for a passing feeling«. Es ist alles gesagt. Rest in Peace. Listen in Peace.