Flunk

For Sleepyheads only

Beatservice

Alas, göttliche Sünde! Oh, du sinnliche Ausschweifung! Selten knackt einem ein Plättchen das Gemüt vor aromatischen Ölen, Grillenzirpen im Mondlicht, Nachttischlichtern mit drübergezogenem rotem Samt. Die Zielgruppe des Titels mag ein musikalisches Schlafmützchen sein, aber allein geht sie garantiert nicht zu Bett. Nachtlüsternder Schlurfpop du Norvege, der sich nicht geniert sogar New Orders »Blue Monday« in gechillter Zeitlupe und mit Ersatz-Björk Anji in die Sommersauna zu schicken. Kondom gibt’s nicht. Keine Schönheit ohne Gefahr. Ein Sakrileg, das schmeckt. Das Duo aus Synth-Elektroniker (Ulf Nygaard) und Akustiksongwriter (Jo Bakke) hantelte sich andernorts via Träller-Combo Happy Campers und House-Konglomerat Antenna auf Labels wie Ninja Tune oder Guidance. Da bestürzt es, dass diese unauffällige Perle schmachtpluckenden EZ-Gediddels noch nicht den würdigen Massenrespekt erhält. Zart rüttelndes Saitenwerk. Fern verhallter Skandi-Barry White. Behutsam New Wave-bunte Nordlichter auf nackten Menschenleibern. Süffiger, fast beatloser Down-Folk in analoger Soul-House-Simulation. G.Love, zart in Sedativum gegart. Für Rendezvous-Untermalung gleich zwischen Beth Orton und den Cardigans zu lagern. Simples kann manchmal so schön sein.