Ellicist

»Point Defects«

Morr Music/Indigo

Mut zum Risiko. Für das melodieselige Electronica-Label Morr klingt das Berliner Duo Ellicist ganz schön gewagt. Zum Auftakt sogar spooky, doch schon »Passage People« ist ein vorwärtsmäandernder Spaziergang, wo Schritte irgendwie imitiert scheinen und sich Gegroove vermittels pochender, leicht klopfender Beats manifestiert. Die Synths sind auf wohligem und doch experimentellem Kurs und darauf folgt mit »Ihnen Steg« doch ein einigermaßen harmonieverliebtes Stück. Schön langsam gneißt der*die Hörer*in, dass die »Point Defects« bewusst auftauchen, um den verhalten krautig fließenden Gesamteindruck mit ein bisschen verstörenden Querschlägern zu vernebeln. Jedenfalls gewinnt der acht Stück starke und knapp unter 30 Minuten Abspielzeit rotierende CD-Silberling dadurch. Und gegen Ende klingt’s wirklich lieblich. Zum Davonschweben sei noch das Geheimnis gelüftet, wer hier womit Abstraktion vorgaukelt und doch noch die Kurve zur Popmusik kriegt: Thomas Chousos am SuperCollider Code und Florian Zimmer am Modular Synth. Ersterer studierte Komposition in Griechenland und ist jetzt als Tadklimp Produzent und Sound Engineer. Letzterer spielt auch bei Saroos und Driftmachine.