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Also bitte, Ehrenrettung. Letztes Jahr habe ich die Solo-CD des, okay, ich gebe es zu, Ausnahmesaxophonisten Kjetil Møster verrissen (» hier nachzulesen). Es waren vor allem die virtuos-monolithischen Qualitäten, die mich an seiner Solo-CD störten. Das Monolithische ist auf der neuen CD namens »Møster!« (also bitte, der Mann feiert sich und sein Ego eben ab) immer noch vorhanden, aber dieses Mal geht es im Quartett zur Sache. Und zwar welches Quartett: Ståle Storløkken an den Keyboards, Nikolai Eilertsen am Bass und Kenneth Kapstadt an den Drums ergänzen seine Gnaden zu einer jazzrockigen Einheit, welche die hohe Kunst der hochenergetischen Meditation zu wonnig-genialen Höhepunkten treibt. Zwei der Herren kommen uns auch gleich bekannt vor, Storløkken und Eilertsen spielen auch bei Elephant9 mit, die erst kürzlich mit Reiner Fiske ein ähnlich energetisches und treibendes Schurkenstück abgeliefert haben (» hier nachzulesen). »Møster!« fetzt mindestens ebenso, nicht zuletzt da man das Spiel des Monsteregosaxophonisten (ich rate nur, vermutlich ist er eh ein netter Typ) in der Nähe des ebenfalls kraftvoll spielenden Saxophonisten Mats Gu stafsson ansiedeln darf. Hier wird nicht gefackelt, nein, hier brennt gleich die ganze Hütte! Nur Take 3, »Composition Task #1«, nimmt sich eine balladenhafte Auszeit, sonst ist hier alles high energy jazz bzw. rock (King Crimson anno 1973 lassen ebenfalls grüßen). Ein Genuss! Ûbrigens, auch Motorpsycho-Drummer Kenneth Kapstadt ist kein Unschuldsengel, seine Formation Grand Central hat ebenfalls gerade Einschlägiges abgeliefert. (Link zum Link ;-) Man reckt den Hals und schaut gen Norden. Wehmütig. Sehnsüchtig. Dankbar.

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Text
Curt Cuisine

Veröffentlichung
24.05.2013

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