Frank Black & The Catholics / Pixies

»Black Letter Days«, »Devils Workshop«, »s/t«

Cooking Vinyl

»I could make albums all day«, schreibt Frank Black in der Promoaussendung zu seinen beiden neuen Alben. In den fünfzehn Jahren seit den ersten Aufnahmen der Pixies hat er das auch ausgiebig bewiesen, bei in letzter Zeit ziemlich linearen Ergebnissen. Neuerlich hat sich der Vielschreiber ein mobiles Aufnahmestudio zugelegt, darum legt er gleich mit zwei Alben los; Songmangel scheint kein Problem zu sein. Es sind dann bei so einem Output freilich auch nicht nur Perlen vertreten, aber den Vorwurf des simpel rausgehauenen Handwerks kann man trotzdem nicht gelten lassen. Der bewährte Catholics-Ansatz, die Songs im Zusammenspiel aufzunehmen, verleiht der Musik eine sich angenehm anfühlende Unmittelbarkeit, die sie allein schon von anderen Produktionen charakterlich unterscheidet. Beide Scheiben drehen sich um eine Art Vagabunden-Outlaw-Reisemetaphorik, mit der Black seine auch Bewohnern des postironischen Zeitalters klar werden müssenden, wissenden Scherzchen treibt. Das pullt er tatsächlich ohne Scheu vor kleineren Peinlichkeiten durch, die manchmal in aufgesetzt straight rockenden Riffmonstern liegen. Viel besser sind dagegen die verspielten Country-Pop-Arrangements, die zu dem wehleidigen Ton in Blacks Stimme eine perfekte Ergänzung darstellen. Um eine Lynch-Analogie zu bemühen: »Black Letter Days«steht für die dunkle »Lost Highway«- Seite; »Devils Workshop«repräsentiert den luftigeren »Wild At Heart«-Road-Kosmos.
Die Verwandtschaft zu David Lynch im positiv verkitschten Americana-Blase?-Surrealismus verdeutlichen bereits die jetzt erstmals veröffentlichten Pixies-Songs, die es nicht auf »Come On Pilgrim«geschafft haben. Darunter ist ihre Version von »In Heaven«; bekannt aus »Eraserhead«. Nachdem schon viele unerhebliche Veröffentlichungen (B-Seiten, Best Of) erschienen sind, ist »Pixies«endlich wieder ein Gewinner. Das Demogefasel kannst du übrigens vergessen, es handelt sich um eine gute Produktion aus den Anfängen des Fort-Apache-Studios, in dem alles andere als stümperhaft gearbeitet wurde.