Matthew Dear

»Beams«

Ghostly International

Der aus Texas stammende, in New York lebende Produzent und DJ führt auf seinem nunmehr fünften Longplayer fort, was auch bereits am Vorgänger sehr überzeugend umgesetzt wurde: Schattierungen elektronischer Tanzmusik, mit der (Pop-)Song-Schablone gleicherma&szligen gezeichnet wie anhand eingängiger, unterlegter Rhythmik skizziert. War »Black City« noch eine düstere Hommage an Dears‘ damalige innerstädtische Wahlheimat (Brooklyner Hipster-Egomanie traf dabei auf die Abgründe menschlichen Seelenlebens), so erscheint sein neuestes Werk auf den ersten Blick (vom Cover-Gemälde einmal abgesehen) zumindest soundtechnisch etwas farbenfroher. Der Mann hat mittlerweile die Stadtflucht in Richtung Upstate angetreten, wo es sich in der bunten Vielfalt der Natur möglicherweise entspannter produzieren lässt. »Beams« manifestiert dabei Matthew Dears‘ Entwicklung zum im Sprechgesang operierenden Geschichtenerzähler, welche nach wie vor kryptisch, verwirrend und von Zweifeln geprägt erscheinen. Musikalische Referenzpunkte sind mitunter an den Talking Heads oder David Bowie festzumachen, das eine oder andere eingearbeitete Sample (etwa »Dyin‘ To Be Dancin’« von Empress oder Sine’s »Rotation«) lässt überdies Vorlieben für Funk und Disco ebenso erkennen, wie die verwendeten Synthies ebensolche für eher wavige Sphären offenbaren. Dear versteht es letztendlich diese auf »Beams« aufbrechenden, unterschiedlichen Einflüsse zusehends in einen verzweigten bis extraterrestrisch anmutenden Sound zu verpacken. Die Plattenkiste aus den 1980er-Jahren ist bei ihm jedenfalls in guten Händen.